Emotionaler Video-Appell

Oma (104) in Pflegeheim kämpft mit den Tränen und fleht, ihre Familie wiedersehen zu dürfen

23. Oktober 2020 - 12:28 Uhr

Mary Fowler aus Schottland: "Es zerreißt mich!"

Mary Fowler aus Schottland kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Die Seniorin ist 104 Jahre alt, sie hat zwei Weltkriege miterlebt und verbringt ihren Lebensabend in einem Pflegeheim. Dort bekommt sie wie viele andere Senioren auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren: Seit März durfte Fowler ihre Familie wegen der Sicherheitsbestimmungen nicht mehr sehen, die Situation bricht der alten Dame das Herz. In einem emotionalen Video beschreibt sie ihre Gefühle und bittet darum, ihre Kinder sehen zu dürfen.

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"Die Zeit läuft mir davon"

"Alle kümmern sich hier sehr gut um mich", erzählt die Seniorin. "Aber ich brauche meine Familie. Das ist mein Recht. Bitte helfen Sie", bittet Fowler mit Tränen in den Augen. "Es zerreißt mich. Ich muss meine Kinder sehen, die Zeit läuft mir davon."

Das Video wurde in der Facebook-Gruppe "Care Home Relatives Scotland" veröffentlicht. Hier tauschen sich Angehörige von Menschen in Pflegeeinrichtungen aus, die ihre Liebsten nicht sehen können. "Ich weiß, dass die Leute dieses Video erschütternd finden", schreibt die Verfasserin des Postings. "Aber wir fühlen uns verpflichtet, es zu veröffentlichen. Mary Fowler ist am Ende ihrer Kräfte", heißt es weiter. "Sie fragt sich, ob sie ihre Urenkel noch einmal sehen können wird. Das ist einfach kein humaner Weg, mit unseren Senioren umzugehen."

Premierministerin Sturgeon reagiert auf Video

Mittlerweile sei sogar Schottlands Premierministerin Nicola Sturgeon auf das Video angesprochen worden, berichtet die "Daily Mail". Sturgeon habe im Rahmen ihres täglichen Corona-Briefings mitgeteilt, sie kenne das Video nicht. Es sei "herzzerreißend schwierig", Entscheidungen zur Besuchsregelung in Pflegeheimen zu treffen. "An Mary: Mir tut es von Herzen leid, dass Sie und Ihre Familie in dieser Situation sind", so Sturgeon. "Es geht vielen, vielen Menschen in diesem Land wie Ihnen. Aber wir müssen Menschen in Pflegeheimen schützen, so gut wir können." Sie wisse, dass für diese Menschen Besuche ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens sind und es darum gehe, zu einer Art Normalität zurückzukehren. Es werde mit Hochdruck an einem Testkonzept für Besucher gearbeitet, die keine Corona-Symptome zeigen.

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