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Olympiasieger Christian Schenk enthüllt Schockierendes: Doping, Depressionen, Selbstmordgedanken

Olympiasieger Christian Schenk enthüllt Schockierendes: Doping, Depressionen, Selbstmordgedanken

ARCHIV - 18.04.2011, Brandenburg, Liebenberg: Christian Schenk, Zehnkampf-Olympiasieger von Seoul 1988. 30 Jahre nach seinem Olympiasieg im Zehnkampf hat Schenk Doping zugegeben und auch über spätere gravierende psychische Probleme gesprochen. Foto:
Christian Schenk packt 30 Jahre nach seinem Olympiasieg über Doping, Depressionen und Selbstmordgedanken aus
jka vfd jhe, dpa, Jens Kalaene

Schenk: "Ich habe gedopt"

Zehnkampf-Olympiasieger Christian Schenk schockt Sport-Deutschland mit seiner Biografie. Der ehemalige Weltklasse-Athlet erzählt von Doping, Depressionen und Selbstmordgedanken, die ihn nach seiner Karriere quälten.

Ein Leben "zwischen Hymne und Hölle"

"Ich habe gedopt, und ich wusste, dass ich dope", schreibt der 53-Jährige in seiner Biografie, aus der die "Sport Bild" Auszüge veröffentlichte. "Anfangs bestritt ich, jemals verbotene Mittel eingenommen zu haben. Dann legte ich mir die juristisch etwas weichere Antwort zurecht, ich hätte nie wissentlich gedopt. Beides war gelogen", so Schenk, der bei den Sommerspielen 1988 in Seoul für die DDR die Goldmedaille gewann.

Schenk habe zwar nicht von Anfang an wissentlich gedopt, doch lange habe es nicht gedauert, bis er begriff, "dass es Mittel waren, über die man besser nicht sprach." In dem Buch "Riss – Mein Leben zwischen Hymne und Hölle", das am 3. September erscheint, gibt Schenk unter anderem zu, in seiner Zeit als Athlet der DDR das Mittel Oral-Turinabol genommen zu haben.

"Wir nannten sie Smarties"

ARCHIV - 28.09.1988, Südkorea, Seoul: DDR-Zehnkämpfer Christian Schenk meistert bei den Olympischen Sommerspielen im Hochsprung 2,27 m mit der Straddle-Technik. 30 Jahre nach seinem Olympiasieg im Zehnkampf hat Schenk Doping zugegeben und auch über s
Im Straddle-Stil überquerte Schenk beim Zehnkampf-Hochsprung 1988 in Seoul 2,27 Meter
hrad jhe, dpa, dpa Seoul

Bei einem Trainingslager in Bulgarien wurden den Sportlern verschiedene Mittel verabreicht. "In Belmeken erlebte ich es, dass zu den Mahlzeiten auf den Tellern der Athleten die verschiedensten Pillen ausgeschüttet wurden", schreibt Schenk. "Wir nannten sie Smarties. Was genau wir da schluckten, weiß ich nicht. Angeblich waren es Vitamine und Mineralien." Schenk, der 1990 Europameister wurde und 1991 Bronze bei der WM gewann, beendete seine sportliche Karriere 1994.

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Schenk hielt sich für Berlin-Attentäter

In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet Schenk auch über schwere psychische Probleme nach seiner Karriere. "Die Depressionen waren so tief gewesen, dass ich sogar daran gedacht hatte, meinem Leben ein Ende zu setzen."

In seinem Buch beschreibt Schenk seine vermeintliche Flucht vor der Polizei zu Silvester 2016, die eine Folge seiner seit 2009 bestehenden Krankheit gewesen sei. "Ich hielt mich für Anis Amri, den Attentäter vom Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz. Das war für mich der Horror", gibt Schenk zu. "Ich habe mich vollständig mit ihm identifiziert."