Fünf Jahre Haft für Judo-Star

Olympia-Sieger verurteilt: Sexueller Missbrauch von Minderjährigen

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3. Dezember 2019 - 11:54 Uhr

Fünf Jahre Haft für Judo-Goldmedaillen-Gewinner

Judo-Olympiasieger Peter Seisenbacher ist wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der 59-Jährige wurde am Montag am Wiener Landesgericht in vollem Umfang schuldig befunden.

Zeugen seien "außerordentlich glaubwürdig"

Richter Christoph Bauer sagte bei der Urteilsverkündung, die Belastungszeuginnen hätten einen "außerordentlich glaubwürdigen" Eindruck gemacht. "Wir haben nicht den Eindruck gehabt, dass die drei lügen, sich geirrt oder abgesprochen haben", sagte Bauer.

Seisenbacher, der zu Beginn des Verfahrens auf nicht schuldig plädiert hatte, wurde sexueller Missbrauch von drei Minderjährigen während seiner Zeit als Trainer vorgeworfen. Er soll sich mehrere Jahre lang an den Mädchen vergangen haben. Sein erstes Opfer soll damals gerade einmal neun Jahre alt gewesen sein. Gegen das Urteil kann von beiden Seiten noch Berufung eingelegt werden.

Mit dem Urteil endet eine fast 3-jährige Flucht

Der Österreicher, der 1984 und 1988 Olympiagold im Mittelgewicht geholt hatte, war am 19. Dezember 2016 dem ersten Verhandlungstermin am Wiener Straflandesgericht unentschuldigt ferngeblieben und anschließend untergetaucht. Zunächst wurde er in der ukrainischen Hauptstadt Kiew festgenommen, später jedoch wieder freigelassen. Erst vor wenigen Wochen wurde der frühere Judoka beim Grenzübertritt von der Ukraine nach Polen erneut aufgegriffen und dem Richter vorgeführt.