Bitte hab Verständnis dafür, dass wir in diesem Browser keine optimale Nutzung von RTL.de gewährleisten können. Bitte benutze einen aktuelleren Browser (z.B. Chrome, Firefox, Safari oder Edge), damit du die Seite wie gewohnt nutzen kannst.

IOC setzt auf Brisbane

Olympia-Traum in NRW wohl geplatzt

Olympia 2032 in Brisbane?
Olympia 2032 in Brisbane?
© Imago Sportfotodienst

25. Februar 2021 - 17:15 Uhr

Olympia 2032: Brisbane statt NRW in Pole Position

Die olympische Initiative für Rhein und Ruhr hat einen herben Dämpfer erhalten. Eine erfolgreiche Bewerbung für die Sommerspiele 2032 ist nach den jüngsten Aussagen des Olympischen Komittees (IOC) quasi auf Null gesunken. Stattdessen sieht das IOC die australische Stadt Brisbane als Favoriten.

In Deutschland fehlte offenbar die Unterstützung

Der Traum von Olympia 2032 an Rhein und Ruhr ist praktisch geplatzt - und die Art und Weise sorgt für Wirbel: Wie IOC-Präsident Thomas Bach am Mittwoch mitteilte, ist der australische Bundesstaat Queensland mit seiner Hauptstadt Brisbane der Favorit für die Sommerspiele in elf Jahren. Eine entsprechende Empfehlung hatte die IOC-Evaluierungskommission dem Exekutivkomitee um Bach vorher gegeben. Eine deutsche Bewerbung ist derweil offenbar an mangelndem Rückhalt im eigenen Land gescheitert.

"Die Kommission hat der Exekutive empfohlen, für die Spiele der 35. Olympiade in einen zielgerichteten Dialog mit Brisbane 2032 und dem Nationalen Olympischen Komitee Australiens zu treten", sagte Bach am Mittwoch nach einem Treffen der Exekutive. Dieser Empfehlung sei einstimmig zugestimmt worden.

Fast schon Olympia-K.o. für deutsche Initiative

Im weiteren Verlauf werde die Kommission nun "detailliertere Gespräche" mit Brisbanes Organisationskomitee und dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Australiens "bezüglich ihres Potenzials als Gastgeber der Spiele 2032 aufnehmen", sagte Bach. Das ist für die deutschen Bestrebungen fast schon als Knockout zu werten.

Die Initiative Rhein-Ruhr zeigte sich von der Entscheidung durchaus angefasst. "Wir nehmen den überraschenden Schritt des IOC zur Kenntnis, kurzfristig mit den offiziellen Verhandlungen mit einem von mehreren potenziellen Bewerbern zu beginnen", sagte Initiator Michael Mronz in einem Statement: "Wie das IOC bekannt gegeben hat, ist die Entscheidung von heute auch auf die starke Unterstützung von Brisbane durch das australische Nationale Olympische Komitee zurückzuführen, die im Falle Deutschlands leider nicht gegeben gewesen sei."

DOSB-Boss ist "enttäuscht"

Zuvor hatte die sogenannte "Future Host Summer Commission", die sich unter der Leitung der Norwegerin Kristin Kloster Aasen mit der Bewertung zukünftiger Gastgeber befasst, die Vorschläge mehrerer Städte und Regionen geprüft. Laut Kloster Aasen habe der für deutsche Bewerbungen letztendlich verantwortliche Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bei einem Treffen im Februar bestätigt, dass er "nicht Teil der weiteren Dialogphase sein wird. Das ist die Basis für die Empfehlung bezüglich der deutschen Bewerbung", sagte die Skandinavierin am Mittwoch.

Der DOSB und Präsident Alfons Hörmann zeigten sich "enttäuscht über die sehr frühe Weichenstellung für 2032", es komme aber nicht ganz überraschend: "Das IOC setzt im Umfeld schwieriger Gesamtbedingungen inmitten einer Pandemie aus Gründen der Stabilität und Planungssicherheit für die Olympische Bewegung auf einen zweifelsohne sicheren und attraktiven Kandidaten."

Auf die fehlende Bereitschaft zum Dialog ging Hörmann in einem ersten Statement nicht ein. "Gemeinsam mit der privaten Initiative Rhein-Ruhr" werde die Situation nun neu bewertet.

Zuletzt hatte sich Leipzig als deutscher Vertreter um die Spiele 2012 beworben, war aber nicht in die Auswahl der fünf Kandidatenstädte gekommen. Geplante Bewerbungen von München und Hamburg für die Spiele 2022 bzw. 2024 waren durch Bürgerbefragungen frühzeitig gestoppt worden. Zuletzt hatte es 1972 in München Olympia auf deutschem Boden gegeben.

RTL.de/sid

Auch interessant