Olympia trotz Corona durchziehen?

Läuferin Lara Hoffmann erklärt das Dilemma

Lara Hoffmann
© deutsche presse agentur (sport), dpa

22. Januar 2021 - 20:40 Uhr

Olympiafrage wird für Sportler zum Zwiespalt

Ob die eigentlich für 2020 geplanten Olympischen Spiele in Tokio in diesem Sommer endlich stattfinden können? Dahinter steht wegen der anhaltenden Corona-Pandemie weiterhin ein dickes Fragezeichen. Einem Bericht der britischen "Times" zufolge plant die japanische Regierung die Absage, was ein Sprecher allerdings umgehend dementierte. Wie dem auch sei: Sollte Olympia stattfinden, wird es für viele Athleten nicht das, wofür sie ihre Karriere lang hart gearbeitet haben. Was ist also besser? Absagen oder durchziehen?

Hoffmann: So wird es keine Chancengleichheit geben

Lara Hoffmann vom ASV Köln, die 2016 in Rio de Janeiro für die deutsche 4x400-Meter-Staffel an den Start ging, sagte unserer Redaktion: "Ob die Spiele in Tokio das von IOC-Präsident Thomas Bach skizzierte 'Licht am Ende des Tunnels' sein können, muss man zumindest hinterfragen."

Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees hatte seine Hoffnung formuliert, die Spiele könnten nach Ende der Pandemie etwas Freude spenden – der Welt und den leidgeprüften Sportlern, deren Karriereplanungen durch die Verschiebung teils wüst durcheinandergewürfelt wurden.

Die Europameisterin von 2014 hat ihre Zweifel, denn: "Es werden andere Spiele, wenn sie stattfinden. Es werden nur für die privilegiertesten Athleten sichere und traumerfüllende Spiele werden. Für alle anderen stehen sie im Zeichen von Chancenungleichheit."

Warum? Spitzenathleten können auch in Corona-Zeiten trainieren, weil sie die Ressourcen haben, das Geld, die Tests, die Anlagen. Das kann aber lange nicht jeder Sportler aus jedem Land – und aus jeder Disziplin.

Und dann wäre da die Frage nach dem Flair

Hoffmann glaubt auch, dass Spiele unter Corona-Maßnahmen nur schwerlich berauschende Gefühle für Athleten und Zuschauer auslösen.

Eine Absage der Olympischen Sommerspiele wäre demnach "ein Segen für den Geist der Spiele", aber "ein Albtraum für jeden Sportler, der noch Hoffnung auf eine vielleicht einmalige Chance hatte, bei Olympischen Spielen dabei sein zu können."