Oliver Bierhoff: "Man hätte überlegen müssen, sportlich auf Mesut Özil zu verzichten"

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5. Juli 2018 - 20:27 Uhr

Wegen Erdogan-Affäre

Reichlich spät fängt der DFB an, sein Krisenmanagement in der Erdogan-Affäre um die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan zu hinterfragen. Und das lässt aufhorchen. Denn vor allem im Umgang mit Özil gestand Oliver Bierhoff in einem Interview mit der "Welt" Fehler ein. Laut dem Teammanager der Nationalmannschaft wäre ein sportlicher Verzicht auf den Mittelfeldspieler wohl die bessere Entscheidung gewesen.

Mesut Özil schwieg hartnäckig

Treffen in London
Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Recep Tayyip Erdogan und Cenk Tosun (v. l. n. r.)
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"Wir haben Spieler bei der deutschen Nationalmannschaft bislang noch nie zu etwas gezwungen, sondern immer versucht, sie für eine Sache zu überzeugen. Das ist uns bei Mesut nicht gelungen. Und insofern hätte man überlegen müssen, ob man sportlich auf ihn verzichtet", sagte Bierhoff.

Der Eklat um den Auftritt der beiden Nationalspieler mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte die WM-Vorbereitung der Nationalmannschaft massiv beeinträchtigt. Özil war besonders in die Kritik geraten, weil er hartnäckig schwieg. Gündogan hatte zumindest seine Solidarität zu Deutschland erklärt.

Oliver Bierhoff wiegelt ab

Bierhoff schränkte allerdings ein, dass "Mesut das, was von ihm erwartet wurde, aus bestimmten und offensichtlichen Gründen so hätte nicht sagen können. Ilkay Gündogan hat gesprochen und hat sich auch sehr geöffnet", sagte der Europameister von 1996. "Trotzdem ist er ebenso und weiterhin hart kritisiert worden." 

Die Profis sollen aber weiter ihre eigene Meinung sagen dürfen: "Wir wollen offene und ehrliche Ansagen, keine angepassten und weichgespülten."