Sie wollte nur ihre kranke Oma besuchen

Ohne Eltern: Minderjährige Amerikanerin sitzt in Hamburg fest

14. Mai 2020 - 11:18 Uhr

Große Enttäuschung bei der Ankunft in Hamburg

Weil sie ihre demente Oma so lieb hat, wollte Mirja sie vor zwei Monaten endlich wieder besuchen. Die 13-jährige wohnt eigentlich in Portland in den USA, hat aber Wurzeln in Hamburg. Hier lebt die Großmutter in einem Seniorenheim. Die Freude über ein Wiedersehen war groß, die Enttäuschung, dass es nicht klappt dann leider umso größer.

Jetzt sitzt die Schülerin in Hamburg fest. Wie sie sich nun die Zeit in der durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkten Hansestadt vertreibt, das sehen sie im Video.

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Schwierigkeiten bei der Unterkunft

Während sie im Flugzeug nach Deutschland sitzt, überschlagen sich die Ereignisse. Bei der Ankunft erfährt sie: Ein Besuch bei der geliebten Oma ist erstmal nicht mehr möglich, die Pflegeheime sind wegen des Coronavirus geschlossen. Die Situation ist verzwickt, denn nach Hause kann die Teenagerin dann auch nicht mehr. Sie sitzt in Hamburg fest.

Schon bei der Ankunft am 11. März in Hamburg gibt es ein großes Problem: Die anderen Großeltern, die in Lauenburg leben, können sie aus Angst vor dem Virus nicht bei sich aufnehmen. Ihr Opa ist über 80 Jahre alt, hatte einen Herzinfarkt und gehört damit zur Risikogruppe. Die Gefahr ihn anzustecken wäre einfach viel zu groß. Sie kommt also bei Ihren Geschwistern unter. Beide leben in einem Studentenwohnheim, in der Nähe des Hamburger Stadtparks.

Rückreise unmöglich, Oma besuchen leider auch

Über 13 Versuche einen Rückflug zu buchen schlagen fehl. Größtes Problem: Bei den meisten Fluggesellschaften ist das Mindestalter zum Fliegen höher als 13 Jahre. Mirja muss also bei ihren Geschwistern im engen Studentenwohnheim bleiben. Beide versuchen sich bestens um die Kleine zu kümmern. Unterstützung bekommt sie in der Zeit aber auch durch viele rührende Briefe aus ihrer Wahlheimat in Oregon, von Freunden und den Eltern. Auch für sie ist es schwierig, die kleine Tochter so lange nicht zu sehen.

Gibt es ein Happy-End?

Auch wenn Mirja ihre Eltern wohl erst einmal nicht mehr sehen kann, hat sie Glück im Unglück. Ihr sehnlichster Wunsch, die Oma noch einmal zu sehen, geht doch in Erfüllung. In wenigen Tagen darf sie unter strengen Besuchsregeln ihre Oma sehen. Das gezwungene Warten hat sich also gelohnt.

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