„Das ist nichts, worauf man vorbereitet wird“

Frau tarnte Notruf als Pizzabestellung: Dieser Mann nahm den Anruf entgegen

23. November 2019 - 16:48 Uhr

Zum Glück legte Tim Teneyck nicht sofort auf

Notrufmitarbeiter Tim Teneyck hätte auch einfach auflegen können, als eine Frau anrief und sagte, sie wolle eine Pizza bestellen. Doch etwas in ihrer Stimme hielt ihn davon ab, das Gespräch zu beenden. Die 38-Jährige aus Oregon im US-Bundesstaat Ohio wollte Hilfe holen, als der Lebensgefährte ihrer Mutter plötzlich gewalttätig wurde. Damit der Angreifer davon nichts merkte, tarnte sie den Anruf als Pizzabestellung. Im Video zeigen wir Audiomitschnitte des Telefonats.

Anruferin wollte Hilfe rufen, konnte aber nicht offen sprechen

Zuerst dachte Teneyck, dass die Frau sich verwählt haben müsse. "Das ist die falsche Nummer, um Pizza zu bestellen", erklärt er ihr. Doch die Anruferin bestand darauf, die richtige Nummer gewählt zu haben. Da hatte der erfahrene Notrufmitarbeiter plötzlich das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Er verstand, dass die Frau sich offenbar in einer dramatischen Situation befand und nicht offen sprechen konnte.

"Das ist nichts, worauf man vorbereitet wird. Wir werden nur trainiert, zuzuhören", erzählte Teneyck im Interview. Seine Kollegen sagten ihm später, dass sie in so einer Situation nicht so schnell geschaltet hätten.

Notrufmitarbeiter erkannte den Ernst der Lage

Glücklicherweise blieb Teneyck am Telefon und fing an, der Frau Fragen zu stellen: "Ist der Mann immer noch da?" fragte er. "Ja, wir brauchen eine große Pizza", antwortete die Frau. "In Ordnung, und was ist mit medizinischer Versorgung? Brauchen Sie medizinische Hilfe?", fragte Teneyck. "Nein, mit Peperoni", sagte die Anruferin.

Dann alarmierte er die Polizei und schickte sie zu der Adresse, die ihm die Anruferin für die angebliche Pizza-Lieferung genannt hatte. "Schaltet eure Sirenen aus, bevor ihr da ankommt. Die Anruferin hat eine Pizza bestellt und mich in all meinen Aussagen bestätigt, dass da gerade häusliche Gewalt passiert", riet Teneyck den Beamten am Telefon. Kurze Zeit später konnte der Angreifer festgenommen werden.

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