Oh Veh: Eintracht erwartet Hexenkessel in Düsseldorf

© dpa, Jonas Güttler

28. Januar 2013 - 10:32 Uhr

Achtung, Explosionsgefahr: Vor dem Spiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Eintracht Frankfurt fürchten die Verantwortlichen, dass es abseits des Rasens knallt. Weil Armin Veh den damaligen Düsseldorfer Sascha Rösler nach dem hitzigen Zweitliga-Duell im Februar als "Rotzlöffel" und "Schande für den Fußball" bezeichnet hatte, wird das Spiel der beiden Aufsteiger zum Hassgipfel.

Rückblick, 13. Februar 2012: Es ist die 90. Minute, als Sascha Rösler nach dem Last-Minute-Ausgleich der Fortuna durch einen Elfmeter vor Veh auf die Knie rutscht und in dessen Richtung brüllt: "Komm doch her, komm doch her!" Der Eintracht-Coach, der Düsseldorf vor dem Spiel als "Schauspiel-Truppe" beschimpft hatte, spurtet auf den Rasen, fuchtelt wild mit den Armen. Der Schiedsrichter muss eingreifen, schickt Rösler, der vorher schon verwarnt war, mit Gelb-Rot vom Platz und Veh auf die Tribüne – doch damit nicht genug.

Einen Tag nach dem emotionsgeladenen Spiel geht es weiter. Veh wütet gegen Rösler, teilt auch gegen Fortuna-Manager Wolf Werner aus. Er habe den Respekt vor Werner verloren, weil der das Verhalten von Rösler auch noch gut heiße – der Anfang von einem verbalen Scharmützel zwischen den Verantwortlichen der beiden Vereine, die nun bemüht sind, die Emotionen runter zu kochen.

Während die Eintracht zur Sicherheit 50 eigene Ordner nach Düsseldorf schickt, um befürchtete Krawalle zwischen den Anhängern schon im Keim zu ersticken, blickt Veh ganz gelassen auf das Spiel. "Die Vorzeichen sind diesmal völlig anders. Damals ging es um den Aufstieg, jetzt sind wir in der Bundesliga. Die Düsseldorfer haben sich verändert, wir haben uns verändert - und es ist auch kein Rösler mehr dabei" – wenn das denn alles so einfach wäre.

Veh: "Wenn ich dann der Buhmann bin, soll das so sein"

Einige der Frankfurter Fans bezeichnen sich als "Randale-Meister". Im Februar leuchtete der Gäste-Block in Düsseldorf lichterloh, als die mitgereisten Anhänger mit Pyrotechnik hantierten. Das Spiel wurde mit Verspätung angepfiffen, aber das war auch schon alles. Die befürchteten Ausschreitungen rund um das damalige Spitzenspiel blieben aus – ein Szenario, dass sich auch heute alle wünschen. "Wir müssen im Vorfeld alles tun, um Probleme zu verhindern. Die Zusammenarbeit mit dem Gastverein ist ganz eng", sagte Eintracht-Vorstand Axel Hellmann.

Neben dem Hexenkessel, der die Frankfurter erwartet, hat der Tabellen-Fünfte personelle Sorgen: Durch die Ausfälle von Carlos Zambrano (Gelbsperre) und Bamba Anderson, der wegen einer Bauchmuskeloperation voraussichtlich erst im neuen Jahr wieder spielen kann, fehlt der Eintracht die komplette etatmäßige Innenverteidigung. Zudem muss mit Kapitän Pirmin Schwegler, der sich gegen Mainz wie Zambrano die fünfte Gelbe Karte abgeholt hatte, ein weiterer Leistungsträger passen.

Zumindest steht Vadim Demidov nach Adduktorenbeschwerden vor der Rückkehr. Er wird wohl die Innenverteidigung mit Youngster Marc-Oliver Kempf bilden. Der erst 17 Jahre alte Schüler bestritt gegen Mainz sein erstes Bundesligaspiel, wo er "seine Sache richtig gut gemacht", sagte Veh, der im Sturm den zuletzt gesperrten Karim Matmour für den formschwachen Olivier Occean aufbieten wird.

Die Aufstellung der Eintracht ist klar, der heiße Tanz ist vor allem Veh nach seinen Aussagen und dem folgenden Wortgefechten zwischen ihm und F95-Manager Werner auch gewiss – was Veh aber nicht sonderlich stört. "Mit ihm habe ich normalerweise nichts zu tun. Ich habe ganz einfach meinen Verein vertreten. Wenn ich dann der Buhmann bin, soll das so sein. Das bin ich gerne."