Gegen sexuelle Belästigung

Künstler inszeniert online verschickte Penisfotos als Gemälde

Rüdiger Guhl verwandelt fiese Dick-Pics in gesellschaftskritische Gemälde.
© cop.Ruediger Guhl

22. Juni 2020 - 15:38 Uhr

Ungewollte "Dick-Pics" sind eine Straftat

Ungefragt ein Bild von einem Penis zu bekommen, ist für Frauen meist eine eklige Erfahrung. Künstler Rüdiger Guhl aus Hamm (NRW) macht aus den geschmacklosen Bildern nun Gemälde, um der Männerwelt damit den Spiegel vorzuhalten – sozusagen als künstlerische Sexismus-Kritik.

Künstler zeigt mit aufwändigen Gemälden, wie absurd unerwünschte Penisfotos sind

Viele Männer schicken Frauen Fotos von ihrem Penis – ungefragt. Zuletzt machte Palina Rojinski ihrem Ärger in Joko und Klaas Sendung "Männerwelten" Luft. Was viele nicht wissen: Beim Versenden von unerwünschten Dick-Pics drohen Strafen.

Mit seinem Projekt will Künstler Rüdiger Guhl jetzt auf die Grenzüberschreitung und Machtdemonstration von Männern aufmerksam machen. Er verwandelt (ungefragte) Penisfotos in Öl-Pastell-Bilder. Mit der hohen Prägnanz seiner Gemälde will der Fotograf und Maler zeigen, wie aufdringlich die ungefragt aufploppenden Fotos bei der Damenwelt ankommen.

"In Dating-Apps sind unerwünschte Penisfotos heutzutage oft die erste Art der Kontaktaufnahme, das gehört schon dazu", erklärt Guhl gegenüber RTL. "Diese Problematik wollte ich in einer Kunstform verdeutlichen. Um den anrüchigen Aspekt rauszunehmen, habe ich mit frischen Farben und dezenten Hintergründen gearbeitet."

Auf die Größe kommt es dem Künstler nicht an

Der Künstler findet zwar, dass man(n) unabhängig von Form oder Beschaffenheit zu seinem Gemächt stehen sollte, die Selbstliebe aber bei virtuellem Missbrauch endet.

Die Dick-Pic-Versender können ihr bestes Stück nun im Großformat in Öl-Pastell auf Leinwand betrachten, genau wie das kunstinteressierte Publikum. Ein bisschen Anonymität gewährt der Künstler den Penissen aber: "Ich male jedes Foto im identischen Format. Hier zählt also nicht die Größe des besten Stücks, sondern nur das Format der Leinwand." Seine 20 Bilder will der Künstler bald in Hamm, Köln und Berlin ausstellen.