Österreicher spricht über seine Sorgen in China, den Alltag und sein Essens-Highligt

Patient über Leben in Corona-Quarantäne: "Ich vermisse meine Frau und meinen kleinen Sohn'"

07. Februar 2020 - 16:10 Uhr

Zum Rückflug ausgerechnet nach Wuhan

Robert Moser war in China auf Montage, als das Coronavirus ausbrach. Um zurück in seine Heimat Österreich zu kommen, musste der Osttiroler ausgerechnet nach Wuhan, dem Epizentrum des Virus. Jetzt sitzt er in Wien auf einer Quarantäne-Station, komplett isoliert von der Außenwelt. Bis zum 15. Februar muss er ausharren, dann kann er seine Frau und seinen Sohn wieder in die Arme schließen. Mit RTL hat er über seinen surrealen Alltag gesprochen. Im Video zeigen wir das Quarantäne-Quartier.

Wenn der Arzt kommt, muss Moser Schutzkleidung anziehen

Zwei Betten, Kochnische, Bad und ein wenig Stauraum für Kleidung: Luxuriös kann man die Unterkunft von Robert Moser beim besten Willen nicht nennen. Doch der Wuhan-Rückkehrer geht mit der Situation ganz entspannt um. "Was soll man machen? Man kann sich grämen, warum das passiert ist oder die Sache positiv sehen. Alles ist gut gegangen, das Zimmer ist warm, ich kann gut schlafen, werde versorgt und brauche mich um nichts zu kümmern."

Um sich abzulenken liest er, hört Musik, macht autogenes Training und Yoga. Über Facetime hält er Kontakt zu Familie und Freunden. "Ich vermisse meine Frau und meinen kleinen Sohn Leon am meisten", erzählt Moser. "Er sagt: 'Papa, komm heim'." Doch seine Familie sei längere Trennungen gewohnt. "Das bringt mein Job mit sich, dass ich meine Frau und meinen Sohn wochenlang nicht sehen kann. Wir sind über Facetime und WhatsApp in Verbindung und telefonieren." Besuchen darf ihn nur der Arzt, um ihn zu untersuchen. Dann muss Moser Schutzkleidung anziehen. Es werden Abstriche an Nase, Rachen und Gaumen gemacht. Beide Coronavirus-Tests seien negativ gewesen - und das sei für ihn das Wichtigste.

"Meine größte Sorge war, in China ins Krankenhaus zu müssen"

"Meine größte Sorge in China war, dort ins Krankenhaus zu müssen. Die sind dort voll mit Menschen, da weiß man nicht, womit man zusätzlich angesteckt wird", erzählt Moser. Um ausgeflogen werden zu können, musste er von seinem Einsatzort noch 300 Kilometer nach Wuhan reisen. "Das war aufregend, da hat es ein paar Situationen gegeben, wo man gedacht hat, es zieht einem jemand den Teppich unter den Füßen weg." Als der Shutdown kam, sei das skurril gewesen. "Auf einmal ist in einer Elf-Millionen-Stadt nichts mehr. Das hat mich an den Film 'I am Legend' erinnert. Wenn man so was sieht, ist man von den Socken."

Sein größter Wunsch nach dem Heimflug: Ein Wiener Schnitzel. "Das ist eine Wohltat, ich bin ja schon über einen Monat in China gewesen. Wenn man dann heimkommt und ein Wiener Schnitzel essen kann, ist das natürlich sehr fein. Das ist extra auf meinen Wunsch angeliefert worden."