Schnelle Hilfe bei Gewalt

Österreich will dreistellige Notrufnummer für Frauen einführen

Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, können sich in Österreich demnächst über eine spezielle Notrufnummer Hilfe holen.
Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, können sich in Österreich demnächst über eine spezielle Notrufnummer Hilfe holen.
© dpa, Peter Steffen, pst jst fux rho uk axs

17. Januar 2019 - 19:22 Uhr

Frauenministerin: Nummer der Hotline kann sich keiner merken

Eine spezielle Notrufnummer für Frauen in Not – die will die österreichische Regierung jetzt einrichten. Es gebe zwar bereits eine Hotline für von Gewalt bedrohte Frauen, die könne sich aber kaum jemand merken, sagte Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP). Um das ganze zu vereinfachen soll es bald eine einfache, dreistellige Nummer geben.

Wie die Nummer lautet, steht noch nicht fest

"Es kennt aber jeder die Nummer von Polizei, Rettung und Feuerwehr. Und daher werden wir für Frauen für so etwas sorgen - eine dreistellige, kurze, prägnante Nummer, die sie sofort wählen können", erklärte Bogner-Strauß. Wie die Nummer genau lauten wird, steht aber noch nicht fest.

Brauchen wir in Deutschland auch eine Frauen-Notrufnummer?

In Deutschland gibt es ebenfalls eine Hotline, bei der sich Frauen melden können. Betroffene bekommen beim Hilfetelefon unter der Nummer 08000-116-016 rund um die Uhr Hilfe. Außerdem können sich Opfer von Gewalt in Deutschland auch bei diesen Anlaufstellen melden. Eine Notrufnummer speziell für Frauen gibt es nicht.

Das sei auch überhaupt nicht notwendig, erklärte die Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) auf RTL-Anfrage. "In konkreten und akuten Notlagen gilt in Deutschland die Notrufnummer 110", so die DPolG. "Dabei sollte es nach Ansicht der Deutschen Polizeigewerkschaft auch bleiben." Dort können sich alle melden – egal ob Frau oder nicht. Wer darüber hinaus Beratung und Hilfe sucht, könne sich beim Hilfetelefon melden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Betroffenen das Angebot und die Nummer auch kennen.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Österreich wurde von mehreren Frauenmorden erschüttert

Die rechtskonservative Regierung in Österreich kündigte die Einrichtung des Frauen-Notrufs an, nachdem Anfang des Jahres mehrere Frauenmorde das Land erschüttert hatten. In der Nacht zum 15. Januar wurde eine 25-jährige Spanierin im Wiener Hauptbahnhof mit einem Küchenmesser erstochen. Ihr Bruder hat die Tat inzwischen gestanden. Am Wochenende davor wurde ein 16 Jahre altes Mädchen in der Wiener Neustadt getötet.

Neben dem Frauen-Notruf will die Regierung aber noch mehr tun. Es sollen mehr Übergangswohnungen für Frauen eingerichtet werden, die von Gewalt bedroht sind. Außerdem sollen Wiederholungstäter strenger bestraft werden.