"Ich bin ja kein Schwerverbrecher"

18 Tage Knast fürs Hupen - Barkeeper bekommt unfassbaren Strafzettel

Knast für einmal Hupen - eine harte Strafe...
Knast für einmal Hupen - eine harte Strafe...
Horst Einöder

Einmal grundlos gehupt – und schon in den Knast?

Es war ein gehöriger Schreck für einen Barkeeper aus Enns (Österreich), als er einen Brief der Polizei öffnete: Weil er einmal ohne Grund gehupt hatte, sollte Christoph Breit 40 Euro zahlen – oder alternativ 18 Tage hinter Gitter. Wegen Hupens in den Knast? Das kann doch nicht sein, dachte sich Breit und ging gegen das irrsinnige Knöllchen vor.

Autofahrer aus Österreich wollte Jugendliche warnen

"Ich bin ja kein Schwerverbrecher", empörte sich der Barkeeper laut einem Bericht der österreichischen "Kronen-Zeitung". In dem Polizeischreiben hieß es, er habe am Linzer Hauptplatz "grundlos" gehupt. Ein Vorwurf, den Breit gar nicht abstreitet.

Er sei am 22. Januar während einer Corona-Demo dort entlanggefahren. "Da waren Trillerpfeifen und laute Musik", erzählte Breit der Zeitung. "Von links kamen zwei Jugendliche, und ich befürchtete, dass sie den Wagen nicht wahrnehmen. Also hab ich gehupt, einmal." Das habe anscheinend ein Polizist bemerkt. Weshalb der ihn nicht einfach ansprach, kann der Barkeeper nicht verstehen. "Er hätte auch herkommen können, ich stand Minuten vor der roten Ampel", erklärte er.

Strafe für "Abgeben von Schallzeichen"

Die 40 Euro soll Christoph Breit nun für das "Abgeben von Schallzeichen, obwohl es die Verkehrssicherheit nicht erforderte" berappen. Oder eben 18 Tage hinter schwedische Gardinen, falls er sich weigert. Zumindest steht es so in der Strafverfügung, gegen die sich der Barkeeper wehren will.

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Polizei räumt ein: Es war wohl ein Fehler

Aber wahrscheinlich muss er das gar nicht. Denn auf Nachfrage der "Kronen-Zeitung" erklärte die Polizei, es müsse sich um einen Fehler handeln. Im Verhältnis zu 40 Euro Geldstrafe seien nicht einmal 18 Stunden Ersatzarrest angemessen, geschweige denn 18 Tage. Christoph Breit muss also wohl nicht ins Gefängnis und kann sich auf seinen Job als Barkeeper konzentrieren – wenn er nach dem Corona-Lockdown wieder arbeiten darf.