Österreich: Schutz vor Kälte – Innenminister Herbert Kickl will Obdachlose in Asylheimen unterbringen

Schlafstelle von Obdachlosen (Motivbild)
Schlafstelle von Obdachlosen (Motivbild)
© dpa, Paul Zinken, pdz cul

02. März 2018 - 10:39 Uhr

Polizei in Österreich muss Obdachlosen erste Hilfe leisten

Angesichts der anhaltenden Minusgrade in Österreich hat Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) angeordnet, Obdachlose notfalls in Asylheimen unterzubringen. Kickl beruft sich auf das Sicherheitspolizeigesetz: Notfallmaßnahmen sollen ergriffen werden, wenn "Leben, Gesundheit, Freiheit oder Eigentum von Menschen gegenwärtig gefährdet" sind.

Herbert Kickl: "Niemand soll in Österreich erfrieren."

Vielen Obdachlosen in Österreich droht momentan der Kältetod. In Salzburg wurden Werte bis minus 25 Grad gemessen, in Wien bis minus 15. Innenminister Kickl wies daher an: "Polizistinnen und Polizisten, die eine obdachlose Person sehen, müssen ihr zuerst eine Notschlafstelle im jeweiligen Bundesland nennen. Sind die Notschlafstellen des Bundeslandes belegt, so ist dem Obdachlosen die vorübergehende Versorgung in einer Bundesbetreuungseinrichtung anzubieten. Diese Maßnahme gilt ab sofort und bis auf Widerruf." Er fügte an: "Niemand soll in Österreich erfrieren."

Es gibt in Österreich insgesamt rund 20 vom Staat betriebene Asylunterkünfte, sogenannte Bundesbetreuungsstellen, in denen nun bis auf weiteres also auch Obdachlose Unterkunft und vor allem Wärme finden.