Erst angefahren, dann gefesselt

Entführer wollte Radprofi Nathalie Birli angeblich ertränken

Nathalie Birli wurde angeblich entführt.
Nathalie Birli wurde angeblich entführt.
© imago/GEPA pictures, imago sportfotodienst

11. Oktober 2019 - 10:44 Uhr

Täter fuhr Birli nach Hause

Was der österreichischen Profi-Radfahrerin angeblich widerfahren ist, klingt wie die Szene eines Horrorfilms. Ein unbekannter Mann soll Nathalie Birli aus Österreich erst angefahren, dann verprügelt, gefesselt und schließlich entführt haben. Später habe er sie dann selbst nach Hause gefahren.

Lebensgefährte alarmierte die Polizei

Nathalie Birli ist eine bekannte Radfahrerin und Triathletin  in Österreich. Vor kurzem ist die 27-Jährige Mutter geworden, ihr Sohn ist 14 Wochen alt. An dem Tag, als sie entführt wurde, wollte sie gegen 16.30 Uhr eine Testfahrt durchs Geländer machen, das berichtete "oe24.at". Allerdings habe sie nur eine Stunde wegbleiben wollen. Als sie bis 21 Uhr nicht zu Hause gewesen sei, habe ihr Mann die Polizei alarmiert, heißt es. Zu der Zeit befand sich die Frau schon in den Fängen ihres Entführers.

"Er war voller Hass"

Wie Nathali Birli im Interview mit der "Krone" erzählte, habe sie  gegen 17 Uhr ein roter Van angefahren. Dabei sei ihr Arm gebrochen. "Ein Mann ist ausgestiegen, hat mir mit einem Holzstecken auf den Kopf geschlagen, mich mit Isolierband gefesselt und mich auf den Rücksitz geworfen", so der Radprofi. Dann sei sie eine Weile bewusstlos gewesen. Später sei sie dann nackt in einem abgelegenen Haus aufgewacht.

"Er war voller Hass. Er hat mir die Augen verbunden, mich gezwungen, Wein und Schnaps zu trinken", erinnert sie sich. Dann habe er erst versucht, die mit bloßen Händen zu ersticken. Dann zwang er Birli angeblich, in eine Badewanne mit kaltem Wasser zu steigen und wollte sie ertränken. "Ich hab's ihm ausgeredet."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

War der Täter psychisch krank?

Der Wendepunkt sei gekommen, als sie den Täter auf die vielen Orchideen in seinem Haus angesprochen habe. Daraufhin hätte er erklärt, er sei Gärtner und von seinem verpfuschten Leben berichtet. Dann schlug Birli ihrem Peiniger einen Deal vor. "Sagen wir, es war ein Unfall", habe sie zu ihm gesagt. "Und du lässt mich jetzt gehen."

Angeblich sei der Täter auf den Deal eingegangen, habe sie sogar bis vor die Haustür gefahren. Als sie ausgestiegen sei, sei sie schnell in ihr Haus gelaufen und habe die Tür verriegelt. Schließlich habe sie dann ihren Lebensgefährten angerufen.

Wie "oe24.at" berichtete sei es der Polizei später gelungen, den Standort des Hauses zu ermitteln, in dem die Sportlerin festgehalten wurde. Der Bordcomputer des Rennrades hatte offenbar alles aufgezeichnet. Angeblich wurde daraufhin ein 33-Jähriger Mann festgenommen, der polizeibekannt ist. Er soll psychisch krank sein.