Ölteppich vor Insel Borneo: Behörden rufen Notstand aus

05. April 2018 - 10:00 Uhr

Umweltschützer befürchten das Schlimmste

Der Insel Borneo im pazifischen Ozean droht eine schreckliche Umweltkatastrophe. Weil eine Pipeline des staatlichen Energiekonzerns Pertamina ein Leck hat, breitet sich vor der Ostküste ein riesiger Ölteppich aus. Das teilte die indonesische Polizei am Mittwoch mit. Die Behörden haben wegen des Vorfalls den Notstand ausgerufen.

Arbeiter zündeten Öl an, um es zu beseitigen

Vor der Hafenstadt Balikpapan, die zu Indonesien gehört, ist ein Gebiet von mehr als zwölf Quadratkilometern betroffen. Durch Brände im Zusammenhang mit der Ölpest wurden seit dem Wochenende mindestens fünf Menschen getötet. Fünf Fischer wurden tot vor der Küste Balikpapans gefunden. Arbeiter hatten versucht das Öl anzuzünden, um es so zu beseitigen. Dabei kamen jedoch wohl fünf Männer ums Leben.

Bislang seien knapp 70 Kubikmeter Öl entfernt worden, erklärte Umweltministerin Siti Nurbaya Bakar. Eine Barriere soll verhindern, dass sich der Ölteppich weiter ausbreitet. Bewohner der Region klagen laut der Umweltorganisation Walhi über Übelkeit und Erbrechen. Das Unternehmen Pertamina betreibt in der Bucht von Balikpapan seine größte Ölraffinerie.

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt. Der größte Teil gehört zu Indonesien. Auf der Insel liegt dazu auch der Staat Brunei. Andere Teile von Borneo gehören zu Malaysia. Die Insel ist für ihren alten Urwald und seine Artenvielfalt bekannt.