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Ölpest: BP soll bei Wartungen geschlampt haben

Ölpest: BP soll bei Wartungen geschlampt haben
© dpa, BP

Der Energiekonzern BP soll in der Vergangenheit öfter Wartungsarbeiten an der mittlerweile gesunkenen Ölplattform 'Deepwater Horizon’ verschleppt haben.

Laut 'Sunday Times' hat eine interne BP-Überprüfung ergeben, dass 390 Wartungsarbeiten nicht rechtzeitig erledigt worden sind. Zudem sind offenbar die Sicherheitspläne nicht in Ordnung gewesen. BP wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Plattform-Mitbetreiber Transocean verteidigte sich gegen die Vorwürfe: Die Plattform sei wenige Tage vor dem Unglück von einer dritten Partei begutachtet worden. Dabei seien keine Probleme festgestellt worden.

Die Plattform war im April gesunken und löste im Golf von Mexiko die schlimmste Ölkatastrophe aller Zeiten aus. BP hat das Ölleck inzwischen mit Zement versiegelt.

Nach Angaben von Forschern strömten nach dem Unglück insgesamt 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer - das sind etwa 780.000 Tonnen. Nicht einmal ein Fünftel davon wurde aufgefangen und auf Schiffe abgepumpt.

Unterdessen hat der Ölkonzern mit der letzten Phase der Ölquellen-Reparatur im Golf von Mexiko begonnen. Die seit mehr als drei Monaten laufende Entlastungsbohrung werde voraussichtlich am kommenden Sonntag ihr Ziel erreichen, teilte das britische Unternehmen mit. Die Bohrung hat mittlerweile 5458 Meter Tiefe erreicht und ist nur noch wenige Meter von dem Steigrohr im Meeresboden entfernt. Danach soll das bereits mit Zement versiegelte Bohrloch zusätzlich von unten abgedichtet werden.

Will BP das Ölfeld noch mal anzapfen?

Vor dieser Katastrophe galt der Bohrinsel-Unfall der 'Ixtoc' 1979 als schwerste Ölpest. Damals flossen etwa 500.000 Tonnen ebenfalls in den Golf von Mexiko. Bei der Havarie des Tankers 'Exxon Valdez' 1989 vor der Küste Alaskas strömten rund 40.000 Tonnen Millionen Liter ins Meer.

Trotz der verheerenden Katastrophe überlegt BP, dasselbe Ölfeld noch mal anzuzapfen: "Da ist noch eine Menge Gas und Öl, und wir werden irgendwann darüber nachdenken müssen, was wir damit machen", sagte BP-Manager Doug Suttles nach Informationen der 'Süddeutschen Zeitung’. Allerdings ruderte ein Sprecher nach dieser Aussage sofort zurück: Der Konzern denke nicht über eine etwaige künftige Ausbeutung des Ölreservoirs an der Unglücksstelle nach.

Bislang hat die Öl-Katastrophe BP 6,1 Milliarden Dollar gekostet. Das entspricht einer Summe von 4,7 Milliarden Euro. Darin enthalten sind Ausgleichszahlungen an Betroffene, die Kosten für die Versiegelung des Lecks und die Beseitigung von Umweltschäden. Ein Großteil von Kosten kommt auf den Konzern aber noch zu: Es drohen massive Schadensersatz-Zahlungen. Außerdem fordert Präsident Barack Obama, dass der Konzern in den nächsten drei Jahren 20 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds einzahlt.

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