9. Juli 2019 - 14:33 Uhr

Frankreich macht den ersten Schritt

In Deutschland wird gerade die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze geplante CO2-Steuer heiß diskutiert – Frankreich geht schon einen Schritt weiter. Deutschlands Nachbarland will ab 2020 eine Umweltsteuer auf Flüge erheben. Das so eingenommene Geld soll umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zugutekommen.

Steuer auf alle in Frankreich startenden Flüge

Die Ökosteuer soll je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen. Das teilte die französische Verkehrsministerin Élisabeth Borne am Dienstag mit. Die Steuer werde für alle Flüge gelten, die in Frankreich starten. Ausnahmen solle es für Anschlussflüge und Flugreisen auf die französische Mittelmeerinsel Korsika und in die französischen Überseegebiete geben.

Das Geld soll ins Schienensystem investiert werden

Für alle anderen Inlands- und innereuropäischen Flüge fallen laut der Ministerin für Tickets in der Economy-Class 1,50 Euro an. Die Umweltsteuer für ein Business-Class-Ticket soll neun Euro betragen. Flugtickets zu Zielen außerhalb Europas sollen mit drei Euro in der Economy-Class und 18 Euro in der Business-Class besteuert werden, wie Borne erklärte. Der Staat wolle damit jährlich bis zu 182 Millionen Euro einnehmen. Das Geld werde dann in umweltfreundlichere Infrastrukturen investiert, vor allem in das Schienensystem.

Keine oder niedrige Steuern auf Flugtickets in Deutschland

Auch in Deutschland werden höhere Steuern auf Flüge seit langem diskutiert. Das Umweltbundesamt kritisert regelmäßig, dass auf den Treibstoff Kerosin keine Steuern erhoben werden. Auf Flugtickets für internationale Flüge muss außerdem keine Mehrwertsteur bezahlt werden.