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Öko-Test checkt Badezusätze für Kinder: Einer säuft richtig ab

Viele gute Schaum- und Blubberbäder für Kinder

Öko-Test prüft Badezusätze für Kinder: Einer säuft richtig ab

Öko-Test checkt Badezusätze für Kinder
Welches Kind spielt nicht gern in der Wanne mit Badeschaum? Bunt könnte er gern noch sein!
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Wer Kinder hat, weiß, wie wichtig das Drumherum bei der Körperpflege ist. Gerade jüngere Kinder haben oft nicht so Lust zum Baden, weil sie wissen, dass ihnen dann auch noch die Haare gewaschen werden. Da fährt man als Eltern auf, was man kriegen kann: batteriebetriebene Playmobilboote, Tauchfiguren und natürlich einen Badezusatz. Aus Kindersicht einer, der mindestens ganz fett schäumt, noch besser aber das Wasser einfärbt und dabei lustig blubbert oder knistert. Da gibt’s reichlich Auswahl: „Dinostarke Schaumwolken“ versprechen die Hersteller oder: „Jetzt brodelt’s in der Wanne“. Neben der Sorge um Farbreste bewegt Eltern die Frage, wie gut das Zeug eigentlich für zarte Kinderhaut ist. Das haben sich die Checker der Redaktion Öko-Test angeschaut, waren aber nicht in allen Fällen überzeugt.

Badeschaum in bunt, blubbernd oder knisternd - das sagt nichts über die Unbedenklichkeit aus

Ein Badezusatz soll die Kinderhaut schonend pflegen - und die Wanne nicht ruinieren
Ein Badezusatz soll die Kinderhaut schonend pflegen - und die Wanne nicht ruinieren
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„Viele Kinderbäder sind heute Spaßbäder“, fasst Frank Schuster von der Redaktion „Öko-Test“ die Lage zusammen. Der Spaß hört für die Tester aber auf, wenn problematische Substanzen im Schaum sind.

Die gute Nachricht für Eltern vorweg: Von den 21 geprüften Badezusätzen bekamen neun die Note „sehr gut“ und drei die Note „gut“, auch wenn das Testteam nicht in allen Punkten zufrieden war: Ein bisschen mehr Recyclingmaterial in den Verpackungen dürfte es schon sein, nur ein einziges Kinderbadeprodukt kommt ganz ohne Parfümstoffe aus. Das fanden die Tester nicht ganz so dufte. Aber mehr als die Hälfte der Schaum- und Blubberbäder schneiden insgesamt prima ab, fünf weitere „befriedigend. Unter „sehr guten“ Badezusätzen sind auch richtig günstige Produkte, etwa:

  • Hipp Babysanft Kinderbad Sensitiv (1,15 Euro für 100 ml)
  • Dresdner Essenz Blubberschaum-Pflegebad Maracuja-Duft (1,58 Euro für 100 ml)
  • Paediprotect Pflegebad für Babys und Kinder (1,58 Euro für 100 ml)

Sie merken: Der Name eines Produkts sagt nichts über die Unbedenklichkeit aus. Manche Produktbezeichnungen klingen künstlich oder gefährlich, die Schaumbäder überzeugen jedoch mit harmlosen Inhaltsstoffen. So zum Beispiel der „Tinti Blubbervulkan“.

Das „Bebe Zartpflege Schaumbad und Dusche“ hingegen hat in den Augen der Tester die gleichen Mängel wie das „Kneipp Naturkind Seeräuber Schaumbad“ in der knatschbunten Verpackung: Bei beiden moniert Öko-Test den Einsatz von PEG beziehungsweise PEG-Derivaten (können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen) und die in den Produkten nachgewiesenen halogenorganischen Verbindungen (können Allergien auslösen und sich in der Umwelt anreichern).

Bei problematischen Substanzen hört der Spaß im Spielebad auf

Bei Öko-Test auf dem Prüfstand: Kinder-Badezusätze
Unbedenklichkeit ist wichtig beim Badezusatz, weil bei den Kleinsten auch schon mal was im Mund landet
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Insgesamt drei Mal mussten die Öko-Tester aber leider auch die Note „ausreichend“ vergeben und einmal sogar mit einem „Mangelhaft“ abstrafen, nämlich beim

  • Kids Stuff Crazy Soap Colour Changing Bubble Bath

Hier war die Redaktion gar nicht begeistert vom Effekt „wie aus Zauberhand“, wie ihn der Hersteller bewirbt. Beim Kontakt mit Wasser wechselt die Schaumbadflüssigkeit ihre Farbe von Orange zu Grün. Klingt witzig, funktioniert aber nur dank einer Chemo-Keule: Bromkresolgrün, einem Stoff, der sonst etwa in pH-Indikatorstäbchen verarbeitet ist. So funktioniert auch der Trick mit dem Farbwechsel, denn durch den Kontakt mit dem Wasser verändert sich der pH-Wert. Bromkresolgrün ist zudem eine halogen-organische Verbindung.

Lese-Tipp: Bedenkliche Inhaltsstoffe in Kosmetik

Die Tester monieren auch, dass die Sicherheitshinweise auf der Flasche – „nicht auf gereizter oder verletzter Haut anwenden“ – nicht ausreichten. Sie müssten nach Meinung der Redaktion deutlicher davor warnen, die Flasche in Reichweite von Kindern aufzubewahren. Schließlich sei die konzentrierte Flüssigkeit sauer und reizend. Also nichts, was man einfach so im Bad auf dem Wannenrand stehen lassen sollte!

Lese-Tipp: Den ganzen Badezusatz-Check von Öko-Test finden Sie hier!

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So baden Sie Ihre Kinder sicher - mit oder ohne Badeschaum oder -zusatz

Apropos Sicherheit im Bad: Gerade wenn kleinere Kinder im Haushalt leben, empfehlen sich ein paar wichtige Sicherheitsvorkehrungen:

  • Badezusätze generell nicht am Wannenrand stehen lassen – sie könnten jüngere Kids mit ihren kunterbunten Flaschen zum Trinken verleiten
  • Kinder in der Wanne niemals unbeaufsichtigt baden lassen. Auch in einer Badewanne besteht die Gefahr zu ertrinken
  • Elektrische Geräte wie Fön und Lockenstab oder andere gefährliche Utensilien wie Rasierer außer Reichweite aufbewahren
  • Nicht zu oft, zu lange und zu heiß baden, sonst trocknet die Haut aus – ein bis zwei Mal die Woche 15 Minuten bei 35-37 Grad reichen bei jüngeren Kindern völlig aus

Wenn dann noch der Badezusatz unbedenklich ist, heißt das Badespaß für die ganze Familie. (mzi)