Bielefeld

Öffentlichkeit im Prozess um Amoklage ausgeschlossen

Justitia
Die Justitia ist an einer Scheibe am Eingang zum Oberlandesgericht zu sehen.
Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild

Zum Auftakt eines Prozesses um eine Amoklage an einem Bielefelder Berufskolleg ist die Öffentlichkeit am Freitag ausgeschlossen worden. Der Verteidiger hatte den Antrag gestellt, weil es im Verfahren auch um die Unterbringung des heranwachsenden Angeklagten in die Psychiatrie geht, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Der 21-Jährige muss sich vor dem Amtsgericht wegen neunfacher gefährlicher Körperverletzung von Schülern und Lehrern sowie Nötigung, Bedrohung, der Androhung von Straftaten und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Er soll laut Anklage im Juni 2022 mehrfach auf die Tür zum Lehrerzimmer geschossen haben.

Über seinen Anwalt gab der Angeklagte am ersten Verhandlungstag eine Erklärung ab und legte darin ein Teilgeständnis ab. Nach Angabe des Gerichtssprechers räumte der 21-Jährige demnach die Vorwürfe ein und gab die Schüsse aus großer Distanz zu. Er wollte aber nach den Worten seines Verteidigers keine Menschen verletzen.

Geplant hatte der Mann laut Anklage einen Amoklauf, den er zuvor auch im Internet angekündigt hatte. Ein Lehrer alarmierte die Polizei, die mit einem Großaufgebot anrückte, später kamen Spezialkräfte hinzu. Verletzt wurde nach früheren Angaben der Polizei niemand.

Der Mann flüchtete auf ein Flachdach, wo er überwältigt wurde. Ein Richter wies ihn in eine geschlossene Psychiatrie ein. Bei der Durchsuchung des Schulgebäudes wurden Molotowcocktails, ein Dolch, ein Messer und zwei Schreckschusswaffen entdeckt.

Das Amtsgericht Bielefeld hat bis zum 16. Dezember zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Die Anklage geht von verminderter Schuldfähigkeit aus.