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Öffentlicher Dienst: Beamtenbund fordert besseren Mitarbeiterschutz

Öffentlicher Dienst: Beamtenbund fordert besseren Mitarbeiterschutz

Klaus Dauderstädt ist Chef des Beamtenbundes (dbb)
Klaus Dauderstädt setzt sich als Chef des Beamtenbundes für die Sicherheit der Mitarbeiter im öffentlichen Dienst ein.
dpa, Britta Pedersen

Nach gewalttätigen Attacken auf Jobcenter-Gutachter, Finanzbeamten und Gerichtsvollzieher

Der Beamtenbund (dbb) fordert mehr Schutz vor gewalttätigen Angriffen in Jobcentern und anderen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. "Wir hatten in den letzten Monaten einige Ereignisse, die uns die Gefahr dramatisch vor Augen geführt haben und die nur die Spitze des Eisbergs sind", sagte dbb-Chef Klaus Dauderstädt. Er verwies auf jüngste tödliche Gewaltakte.

Im Dezember war ein 61 Jahre alter Gutachter in einem Jobcenter in Rothenburg ob der Tauber erstochen worden. Im September erschoss ein Steuerberater im Finanzamt Rendsburg in Schleswig-Holstein einen Beamten. 2012 erstach ein fünffacher Vater eine Mitarbeiterin des Jobcenters im niederrheinischen Neuss. Bei der Zwangsräumung einer Wohnung in Karlsruhe erschoss ein Mann 2012 einen Gerichtsvollzieher und drei weitere Menschen.

Dauderstädt meinte, es gebe auch viele Berichte von alltäglichen Anfeindungen, die nicht in offene Gewalt münden. "Gerade die Jobcenter, die eher Leistungsverwaltungen sind, sind stark betroffen." Das sei für alle Mitarbeiter eine schwierige Situation. "Wir planen für Mitte Januar eine Gedenkminute für die Opfer in allen Jobcentern der Republik." Auf einer dbb-Jahrestagung Mitte Januar in Köln will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zum Thema Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst sprechen.