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OECD-Studie: Deutschland holt in der Bildung auf, aber…

OECD-Studie: Deutschland holt in der Bildung auf.
Manche Gruppen sind beim Thema Bildung in Deutschland noch immer abgehängt (Symbolbild). © dpa, Marijan Murat, mut pzi tba nwi

Lob für Deutschlands Bildungssystem

Die düsteren Zeiten des deutschen Bildungssystems scheinen hinter uns zu liegen: bessere frühkindliche Bildungseinrichtungen, gut bezahlte Lehrer und höhere Jobchancen, auch ohne Abitur. Die neue OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2018" stellt der Bundesrepublik ein gutes Zeugnis aus. Wäre da nicht die Schattenseite: Für Kinder aus ärmeren Familien und Einwandererkinder ist ein Aufstieg durch Bildung immer noch sehr schwierig.

Bildung bleibt eine Frage der Herkunft

Die Bildung in Deutschland hat in einigen Bereichen deutlich aufgeholt, jedoch gilt das nicht für Migrantenkinder. Sie erreichen auch weiterhin seltener einen höheren Bildungsabschluss als andere. Je später sie nach Deutschland eingewandert waren, umso schwieriger konnten sie einen guten Abschluss erreichen. Grund dafür sind unter anderem Probleme mit der Sprache und die Ankunft vieler junger Flüchtlinge, die sich derzeit noch im Integrationsprozess befinden.

Das geht aus dem Bericht "Bildung auf einen Blick 2018" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, die am Dienstag vorgestellt wurde. Die Experten haben darin Daten aus den Bildungssystemen in 35 OECD-Staaten sowie aus elf weiteren Ländern zusammengetragen.

Bessere Berufschancen auch ohne Abitur

Wer eine Berufsausbildung macht, findet in Deutschland inzwischen fast genauso oft einen Job wie ein Akademiker: 25- bis 34-Jährige mit einer abgeschlossenen betrieblichen Ausbildung kommen in Deutschland auf eine fast genauso hohe Beschäftigungsquote (83 Prozent) wie ihre Altersgenossen mit einem Hochschulstudium (87 Prozent).

Insgesamt verlassen die meisten Jugendlichen die Schule mit einem höheren Schul- oder einem Berufsabschluss. Aber knapp jeder zehnte der 15- bis 34-Jährigen hat diesen Abschluss nicht – und auf dem Arbeitsmarkt deshalb massive Probleme.

Frühkindliche Bildung wird immer beliebter

Bei der frühkindliche Bildung und Betreuung habe sich in den letzten Jahren enorm viel getan, heißt es. So besuchen weit mehr Kinder als früher eine Kita. Der Anteil der Unter-Dreijährigen, die in frühkindliche Bildungseinrichtungen gehen, stieg von 17 Prozent (2005) auf 37 Prozent im Jahr 2016. Probleme haben allerdings Kinder aus ärmeren Familien; sie bekommen viel seltener einen Kita-Platz.

Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt

Frauen haben innerhalb des Bildungssystems viel bessere Chancen auf einen hochwertigen Abschluss. Allerdings werden sie später auf dem Arbeitsmarkt bei den Einstellungschancen und dem Gehalt von den Männern überholt. Der Verdienst von Frauen fällt fast überall niedriger aus. Frauen, die Vollzeit arbeiten und einen Hochschulabschluss (oder Gleichwertiges, auch Meister-Abschlüsse) haben, verdienen 26 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Lehrer werden in Deutschland gut bezahlt

Im europäischen Vergleich kommen unsere Lehrer gut weg. Der Bericht bezeichnet beispielsweise die Lehrergehälter in Deutschland als wettbewerbsfähig, verweist aber auch darauf, dass die Lehrkräfte hierzulande viel mehr zu tun haben als in anderen Staaten. Die Studie belegt aber auch, dass die Lehrkräfte in Deutschland immer älter werden. Laut der Studie sind fast 40 Prozent aller Lehrer mindestens 50 Jahre alt

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