Statt zu helfen, ging sie einen trinken

Frau (45) ließ Tochter (13) sterbend auf dem Sofa zurück

Sharon G. (45) aus dem schottischen Wishaw muss ins Gefängnis, weil sie ihre um Hilfe flehende Tochter einfach sterben ließ.

03. November 2020 - 10:41 Uhr

45-Jährige hielt ihre Tochter für aufmerksamkeitssüchtig

Eine 45-jährige Frau aus dem schottischen Wishaw muss ins Gefängnis, weil sie ihre um Hilfe flehende Tochter einfach sterben ließ. Sharon G. hielt die 13-jährige Robyn für aufmerksamkeitssüchtig – und half nicht, als sie sie zusammengesackt auf dem Sofa fand. Sondern ging mit einer Freundin in die Kneipe, wie die britische "Sun" berichtet.

Robyn wurde ein Jahr lang misshandelt und vernachlässigt

Erst als sie Robyn tot auffand, rief Sharon G. einen Krankenwagen. Die 13-Jährige litt an einer Bauchfellentzündung und starb im Juli 2018 an einem geplatzten Magengeschwür. Im Jahr vor ihrem Tod muss Robyns Leben die Hölle gewesen sein. Sharon G. gab zu, ihre Tochter zwischen Juli 2017 und Juli 2018 misshandelt und vernachlässigt zu haben.

Schottischer Teenager hatte kaum etwas zu essen

Robyn lebte in einem verdreckten Haus und bekam Flöhe – als Folge von herumliegendem Katzenurin und Kot. Sie habe kaum etwas zu essen gehabt und ihre Nachbarn um ein Pfund (circa 1,10 Euro) anbetteln müssen, heißt es in den Bericht. Sharon G. schaltete die Heizung im Haus ab, sodass Robyn vor Kälte zitterte. Sie schlug ihre Tochter und erlaubte ihr, Cannabis zu rauchen und sich zu betrinken.

In den Tagen vor ihrem Tod versuchte die Jugendliche verzweifelt, sich behandeln zu lassen. Aber ihre Mutter hielt sie davon ab.

Weitere Tochter von Sharon G. starb in China

Vor Gericht kam heraus, dass Sharon G. im Alter von neun Jahren ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, das sich im Laufe der Jahre auf ihre Handlungsfähigkeit auswirkte. Laut ihrem Anwalt starb eine weitere Tochter (25) G.s kürzlich unter tragischen Umständen in China. Sie ist außerdem Mutter eines 23-jährigen Sohnes.

Sharon G. erklärte sich im Anklagepunkt der fahrlässigen Tötung für nicht schuldig; die Staatsanwaltschaft akzeptierte dies. Das Gericht verurteilte die 45-Jährige wegen des Missbrauchs zu drei Jahren und sechs Monaten Gefängnis.