Kein Ersatz für Obst!

Obstbrei in Alu-Tüten: „Quetschies“ sind wahre Zuckerbomben

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21. September 2019 - 12:51 Uhr

Fruchtmus in Quetschtüten: Praktisch, aber viel zu süß

Aufdrehen, trinken und Vitamine tanken: Fruchtmus in kleinen verschließbaren Alu-Tüten gilt als praktischer Vitaminlieferan für Kinder - besonders für kleine Obstmuffel. Leider sind die sogenannten "Quetschies" aber vor allen Dingen Lieferanten für jede Menge Zucker.

Bis zu sechs Würfelzucker in einem „Quetschie“

Zwar werben viele Hersteller mit dem Hinweis "ohne Zuckerzusatz", doch damit ist nur Kristallzucker gemeint, nicht aber der zugesetzte Fruchtzucker und die besonders süßen Fruchtsaft-Konzentrate.

Natürlich ist Obst gesund und somit auch der Obstbrei – wenn er allerdings mit Apfel- oder Traubensaftkonzentrat angereichert wird, wird er zu einer kleinen Zuckerbombe. Dann stecken mitunter bis zu sechs Stück Würfelzucker in einer kleinen Quetschtüte – ungefähr so viel wie in einem 0,2-Glas Fanta.

Gefährlich für Milchzähne

Bedenkt man, dass gerade Kleinkinder gern an solchen Obstbrei-Tüten nuckeln, kann man sich denken, was das für die empfindlichen Milchzähne bedeutet. Und gerade, wenn zum süßen Fruchtpüree auch noch Vitamin C in Form von Zitronensaftkonzentrat hinzugefügt wird und man so die schädliche Verbindung Zucker und Säure erhält, wird es für die kleinen Zähnchen gefährlich.

Fehlende Altersempfehlungen und mangelhafte Deklaration

Selbstgemacht ist immer besser - das gilt auch für die kunterbunten Kinder-Smoothies. Mit Mixer, Pürierstab oder Thermomix ist der Obstbrei schnell zubereitet.
Selbstgemacht ist immer besser - das gilt auch für die kunterbunten Kinder-Smoothies. Mit Mixer, Pürierstab oder Thermomix ist der Obstbrei schnell zubereitet.
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Viele Hersteller wehren sich damit, dass auf ihren Frucht-Quetschtüten keine Altersempfehlungen zu finden sind. So können sie sich darauf berufen, dass ihre Zielgruppe nicht die unter Dreijährigen sind. Für die gelten nämlich strengere Richtlinien, auch was Pestzidrückstände angeht.

Auch die Verpackungen sind kritisch zu betrachten: Abgesehen davon, dass sie unnötig die Müllberge wachsen lassen, enthalten sie alle Aluminium und/oder PVC, PVDC, bzw. chlorierte Verbindungen. Beruhigenderweise sind die Rückstände im Fruchtmus aber sehr gering.

Fertiges Fruchtmus in Quetschtüten mag praktisch sein, aber vielleicht sollte man sich überlegen, ob man seinen Kindern nicht doch einfach frisches Obst zum Knabbern gibt. Das macht weniger Müll und ist wesentlich preiswerter. Eine andere Option: Fruchtmus einfach selbst machen. Wir zeigen Ihnen, wie das geht.

„Quetschies“ selbst machen: So einfach geht's

Wer es selbst macht, weiß auch was drin steckt. Sie können auf diese Weise auf Fruchtkonzentrate verzichten und nur frisches Obst und Gemüse verwenden. Zutaten einfach mit einem Pürierstab oder im Thermomix (Stufe 10, 35 Sekunden) mixen. Kochen oder Schälen sollten Sie die Zutaten nicht, da die wertvollen Nährstoffe und Vitamine sonst verloren gehen.

Grüner Quetschie

  • 100 g Spinat
  • 100 ml Orangensaft
  • 1 Banane

Sommer-Quetschie

  • 200 ml Buttermilch (geeignet für Kinder ab 1 Jahr)
  • 1 Hand voll Himbeeren
  • 3 Aprikosen

"Stärk dich"-Quetschie

  • 1 Apfel
  • 1 Hand voll süßer Trauben
  • 1 Karotte
  • etwas Wasser

Um den selbstgemachten Fruchtbrei auch unterwegs zu genießen, eignen sich übrigens diese wiederverwendbaren Quetschie-Tüten zum Selbstbefüllen* optimal.

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