Auswirkung der Corona-Krise

Mehr Mehrwertsteuer, knappe Waren: Die Preise ziehen wieder an

05. Februar 2021 - 10:41 Uhr

Preise im Januar gestiegen

Die Deutschen müssen wieder mehr für Lebensmittel und Energiekosten ausgeben. Die Preise sind im Januar deutlich gestiegen, zeigen Daten des Statistischen Bundesamtes. Nicht nur unser Verhalten wirkt sich aus. Ein weiterer Grund: Die Mehrwertsteuer ist wieder auf dem alten Niveau.

Erste Inflations-Schätzung

Die Corona-Pandemie hat auch unsere Ausgaben im vergangenen Jahr deutlich verändert. Benzin für das tägliche Autofahren brauchte man im Homeoffice kaum, ähnlich wie das neue Bürooutfit. Dafür haben die Deutschen zu Hause gegessen und gekocht. Und das hat sich auch in den Preisen wiedergespiegelt. Was man weiterhin dringend benötigt, wie Nahrungsmittel oder Getränke, wurde tendenziell auch teurer. Einige Effekte dürften in diesem Jahr die Preise noch weiter steigen lassen. Das zeigen erste Schätzungen aus dem Januar.

Laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Verbraucherpreise im ersten Monat dieses Jahres um 1,0 Prozent verglichen mit dem Vorjahresmonat. Besonders stark verteuerten sich Nahrungsmittel. Hier stiegen die Preise um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Dezember waren die Preise hier noch um 0,5 Prozent gestiegen.

Vieles könnte 2021 teurer werden

In den Preisen zeigen sich vor allem Änderungen zum Jahreswechsel. Allen voran die Veränderung bei der Mehrwertsteuer. Diese war im vergangenen Jahr für ein halbes Jahr heruntergesetzt worden, um den Konsum in der Corona-Krise anzukurbeln. Seit dem 1. Januar ist sie wieder auf dem ursprünglichen Niveau.

Zudem erklärte das Statistische Bundesamt, dass es in der Pandemie verstärkt zu Preisausfällen gekommen sei. Denn einige Güter können nicht geliefert oder produziert werden. Vor wenigen Tagen warnte auch der Deutsche Fruchthandelsverband, die Versorgung mit Obst und Gemüse aus dem Ausland sei gefährdet. Schuld seien die jüngste Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung.

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Heizöl und Benzin wird teurer

Entgegen des Kauftrends und günstigen Preisen im vergangenen Jahr wird jetzt aber auch das Heizen und Autofahren wieder teurer. Seit Anfang dieses Jahres ist zudem eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO₂) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Teils mussten Verbraucher bis zu 16 Prozent mehr für Heizöl bezahlen als noch im Dezember.

In ersten Reaktionen äußerten sich Fachleute überrascht. "Das war ein Sprung", kommentierte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner die Daten. Ernste Preisanstiegs- Sorgen müssen sich die Bürger aber dann doch nicht machen, so die Experten. Die Effekte dürften sich nicht dauerhaft zeigen.