Obst aus der Region: Helfer für Streuobstwiesen gesucht

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24. August 2019 - 11:50 Uhr

Alte Streuobstwiesen in Niedersachsen werden vielfach vernachlässigt - dabei können dort oft kostenlos Äpfel oder andere Früchte gepflückt werden. Wie viele solcher Wiesen es gibt, ist nicht bekannt. Auf freiwilliger Basis werden die Streuobstflächen aber erfasst. "Wir fordern eine landesweite Kartierung", sagte Sabine Washof, die Vorsitzende des Streuobstwiesen-Bündnisses Niedersachsen. Zum Erhalt dieser Kulturlandschaft sei die Hilfe vieler Menschen nötig.

Helfen würde es den Wiesen schon, wenn das Obst mehr Verwendung fände und nicht auf dem Boden liegen bliebe, sagt Washof. Der Anreiz, sich nach den Äpfeln zu bücken, sei für viele Menschen aber nicht mehr groß. Gekauft werde lieber im Supermarkt - und zwar Obst, das oft nicht einmal aus Deutschland stammt.

Allerdings brauchen die Streuobstwiesen in Niedersachsen Pflege, sie müssen regelmäßig geschnitten werden. Das kann nicht jeder, deswegen gibt es dazu seit einiger Zeit Aus- und Fortbildungsangebote. "Als Fazit ist zu sagen, dass in der Betreuung und Pflege der Wiesen noch viel Luft nach oben ist", sagte Washof. "Was früher selbstverständlich war, ist heute zur zeitintensiven und unrentablen Herausforderung geworden."

Die Naturschützer des Bündnisses wollen mehr Mitstreiter für den Schutz dieser alten Kulturbiotope gewinnen. Vor allem im Leine- und Weserbergland, im südlichen Harzvorland und im Eichsfeld gibt es Streuobstwiesen. Verstreute und meist kleine Vorkommen gebe es beispielsweise auch in den Landkreisen Göttingen und Holzminden sowie Osterode, Northeim, Hildesheim und Wolfenbüttel.

Washof sagte, einerseits sei die Akzeptanz der Streuobstwiesen enorm gestiegen. Oft würden auch Wiesen neu angelegt. "Leider aber gibt es auch den umgekehrten Trend, dass alte Streuobstbestände oft vergreist und ungepflegt sind." Wegen fehlender Nachpflanzungen, fehlender Nutzung oder Pflege verlören solche Bestände dann ihren Wert.

Aus ökologischer Sicht sind Streuobstwiesen wichtig, weil sie einen artenreichen Lebensraum für verschiedene Gras- und Wildblumenarten bieten. Diese wiederum sind Lebensraum für Insekten, Amphibien, Reptilien, Vögel und verschiedene Säugetiere. Auch sind sie wichtig für den Klimaschutz, denn die Bäume sind Luftfilter und Sauerstoffproduzenten. Das Grünland wiederum speichert je nach Bodentyp und Wasserstand Kohlenstoff.

Quelle: DPA