11. Juli 2019 - 16:44 Uhr

Angeklagter muss über zwei Jahre in den Knast

Vor einem Jahr hat Schweden ein umstrittenes Gesetz eingeführt. Das Einwilligungsgesetz zur Zustimmung beim Sex. Nun hat das Oberste Gericht ein erstes Urteil dazu gefällt.  

Sexueller Kontakt bei der Übernachtung

Die Stockholmer Richter haben einen 27-jährigen Mann unter anderem wegen sogenannter unachtsamer Vergewaltigung verurteilt. Seine Haftstrafe dafür: zwei Jahren und drei Monate. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass eine Person, die gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gebracht werde, nicht ausdrücklich Nein sagen oder anderweitig ihre Weigerung ausdrücken müsse.

Der Mann hat bei einer Frau übernachtet, mit der er seit Längerem Kontakt über soziale Netzwerke hatte. Die Frau hatte zugestimmt, dass der Mann bei ihr übernachtet. Jedoch soll sie auch klargemacht haben, dass sie keinen Sex mit ihm wolle. Laut Gericht führte er in der Nacht seinen Finger in ihren Unterleib ein. Die Frau stimmte nicht ausdrücklich zu, sondern nahm dies passiv hin.

Passivität soll nicht als stilles Einverständnis interpretiert werden

Das neue Sex-Gesetz legt fest, dass beide Partner ausdrücklich und klar erkennbar mit dem Sex einverstanden sein müssen. Alles andere wird als Vergewaltigung gewertet, auch wenn sich der Partner nicht körperlich wehrt oder Nein sagt. Nach Angaben schwedischer Medien wurden bislang sechs Personen von niedrigeren Instanzen verurteilt. Der Beschluss des Obersten Gerichts dürfte nun wegweisend für die Rechtsprechung anderer schwedischer Gerichte sein.

Quelle: dpa / RTL.de