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Obdachloser kauft Bäckerei - für nur einen Euro!

Obdachloser kauft Bäckerei - für nur einen Euro!

"Ich bin nicht reich, aber das Geld ist mir egal"

Sechs Tage die Woche von Mitternacht bis mittags malochen: Nicht gerade die Arbeitszeit, bei der Bewerber Schlange stehen. Das musste auch der Franzose Michel Flamant feststellen, als er einen Nachfolger für seine Bäckerei suchte. Zwei Jahre versuchte er es - erfolglos. Als ihm ein Obdachloser das Leben rettete, bot er ihm den Job an.

Da stehen sie beide in der Backstube im Keller, die Hände weiß vor Mehlstaub. Bäckermeister Michel Flamant im Unterhemd, sein Lehrling Jérôme Aucant im Tarnfarbenshirt. Flamant begann als 14-Jähriger in der Bäckerei seiner Familie in Paris. Jetzt ist er 62 Jahre alt und hat genug vom Handwerk. "Ich will frei sein, ich will jetzt meine Ruhe haben", sagte er der AFP. Doch dafür brauchte er einen Nachfolger. Seine drei Töchter wollten nicht – und auch sonst niemand. Der Bäckermeister suchte zwei Jahre lang, dann ging im Dezember 2015 ein Ofen kaputt. Flamant erlitt eine Kohlenmonoxidvergiftung, er schwebte in Lebensgefahr.

Dass er noch lebt, hat er seinem heutigen Lehrling zu verdanken – einem Obdachlosen. Aucant hatte wochenlang vor der Bäckerei gebettelt. Jeden Tag spendierte ihm Flamant ein Croissant und einen Kaffee. Als der Ofen kaputtging, rief Aucant den Notarzt: "Wäre Jérôme nicht da gewesen, wäre ich auf dem Friedhof gelandet", so der Bäckermeister. Stattdessen kam er ins Krankenhaus. Dort hatte er eine Idee. Als er entlassen wurde, bot er Aucant seine Nachfolge an – für den symbolischen Preis von einem Euro. "Ich bin nicht reich, aber das Geld ist mir egal. Und wenn es ihm zum Glück verhilft…", erzählte er.

Wie sich der Obdachlose in der Backstube schlägt, sehen Sie im Video.