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Obdachloser hilft junger Studentin in Not – und öffnet ihr damit die Augen

Obdachloser hilft junger Studentin in Not – und öffnet ihr damit die Augen

"Es ist die Plicht eines Vaters, die Tochter eines anderen sicher nach Hause zu bringen"

Für sie war es ein echter Albtraum: Nicole Sedgebeer hat den letzten Zug vom Bahnhof in London nach Hause verpasst. Mitten in der Nacht stand sie mutterseelenallein in einer fremden Stadt vor dem verschlossenen Bahnhof und war den Tränen nahe. Doch dann wurde ihr geholfen - von einer Person, der sie sonst nicht einmal "in die Augen geschaut hätte". Über ihr Erlebnis berichtete sie bei Facebook, um etwas zu bewegen: "Ich hoffe, dass meine Geschichte Menschen zweimal hinsehen lässt, wenn sie einen obdachlosen Menschen sehen."

Die junge Studentin wollte Donnerstagnacht (3. März) vom Bahnhof Euston in London nach Hause fahren, ins 80 Kilometer entfernte Milton Keynes. Doch sie verpasste den letzten Zug und stand am Bahnhof vor verschlossenen Türen. Ihr kamen die Tränen, doch ihre Verzweiflung sollte schnell vorübergehen. Ein Obdachloser kam auf sie zu und sagte ihr, dass er ein Café kenne, das die ganze Nacht geöffnet sei und dass er sie dorthin begleiten werde, da es zu gefährlich sei, wenn sie alleine gehe.

Dort angekommen tranken die beiden gemeinsam einen Kaffee, dann verabschiedete sich der Mann namens Mark von Nicole. Er müsse zwar jetzt seinen Schlafsack holen, aber er versprach ihr, dass er sie am nächsten Morgen um 5 Uhr abholen werde, um sie zurück zum Bahnhof zu bringen. Nicole glaubte zuerst nicht, dass ihr Helfer tatsächlich auftauchen werde. Aber am nächsten Morgen wurde sie eines besseren belehrt. "Als ich um die Ecke ging, kam mein obdachloser Freund Mark auf mich zu. Nicht nur, dass er sein Wort gehalten hat, er musste dafür extra einen Bus nehmen", beschreibt sie bei Facebook. Als sie den Mann fragte, warum er ihr helfe, habe er geantwortet: "Es ist die Plicht eines Vaters, die Tochter eines anderen Mannes sicher nach Hause zu bringen."

Ihr Post berührt viele Menschen. Wohl auch, weil sie so ehrlich ist. "Dieser Mann, dem ich nicht mal in die Augen geschaut hätte, wenn er mich um Kleingeld gebeten hätte, drehte ein solch negatives Ereignis in das erhellendste meines Lebens", erklärt sie. "Mark, du bist ein ganz besonderer Mann und ich werde nie mehr auf eine obdachlose Person herabblicken." Warum dieser Tag auch für Mark ein besonderer ist, erfahren Sie im Video.