Obacht vor Schweden: Auf diese Spieler muss Fußball-Deutschland aufpassen

23. Juni 2018 - 11:26 Uhr

Warum spielen Holland und Italien nicht bei der WM 2018?

Antwort: Schweden.

So uninspiriert und wenig furchteinflößend der schwedische Auftaktsieg gegen Südkorea (1:0) auch war, die Schweden haben in der Qualifikation zur WM 2018 sowohl Holland hinter sich gelassen als auch Italien ausgeschaltet. Einer stabilen Defensiv-Taktik und besonderen Typen sei Dank. Auf diese Schweden muss Fußball-Deutschland heute Abend (20 Uhr, Deutschland - Schweden im Liveticker) achten.

Torwart und Abwehr

Robin Olsen (#1): Der Torwart musste in die großen Fußstapfen von Routinier Andreas Isaksson treten. Bei seinem Debüt in der WM-Quali lieferte er beim 1:1 gegen die Niederlande eine makellose Leistung - seitdem unumstrittener Rückhalt der 'Blägult' (alle Spitznamen der WM-Teams hier).

Andreas Granqvist (#4): Abwehrchef und Mentalitätsmonster. Der knallharte Verteidiger weiß: Schweden darf nicht versuchen, Mexikos Taktik zu kopieren. "Wir müssen so spielen wie zuletzt gegen Italien und Frankreich, kompakt stehen und mit dem Ball Chancen kreieren - und ihn so lange halten wie möglich." Der Kapitän nahm das Schicksal im WM-Auftaktspiel selbst in die Hand. Er verwandelte den spielentscheidenden Elfmeter souverän.

Pontus Jansson (#18): Der Innenverteidiger an der Seite von Granqvist, noch härter als der Kapitän. Die kreativen Fans seines englischen Vereins Leeds United dichten Liedzeilen wie diese über ihn: "And if you throw a brick at him | He heads the fucker back" (frei übersetzt: "Und wenn du einen Backstein nach ihm wirfst | Er köpft das 'Scheiß-Ding' weg). Jansson droht wegen Magenschmerzen auszufallen.

Mittelfeld und Sturm

Marcus Berg (#9): HSV-Fans leiden noch bei diesem Namen, viele andere deutsche Fußball-Fans spotten noch. Seine Zeit in Hamburg ist in Erinnerung geblieben, nur nicht positiv. In Athen hatte der Stürmer danach erfolgreiche Jahre, wechselte aber vor dieser Saison zu al-Ain in die Arabischen Emirate. Traf dort zwar wie er wollte, sah gegen Südkorea aber nicht so aus, als hätte er sich in der Wüste in überragende WM-Form gebracht. Es wäre aber natürlich eine Geschichte, die nur der Fußball schreibt, wenn er gegen Deutschland trifft ...

Emil Forsberg (#10): In Abwesenheit von Zlatan Ibrahimovic ist er der Superstar des schwedischen Teams. Und zugleich eine Art Anti-Zlatan. Im Gegensatz zum extrovertierten Mittelstürmer ist der Spielgestalter von RB Leipzig abseits des Platzes kein Lautsprecher. Sein Vater bezeichnete ihn in einem "Independent"-Interview als "ohne Zweifel langweiligsten Interview-Partner". Auf dem Spielfeld bewies Forsberg in seiner Leipziger Debüt-Saison seine große Klasse als Vorlagengeber, in diesem Jahr läuft der Zehner dieser Form allerdings hinterher.