Ob im Flugzeug oder in Hotels: Kinderfreie Zonen - Fluch oder Segen?

© iStockphoto, iStock

20. Dezember 2017 - 14:52 Uhr

Diskriminierung von Eltern oder Respekt gegenüber Mitmenschen, die ihre Ruhe haben wollen?

Kinderfreie Sitzreihen im Flugzeug? Hotels, zu denen Kinder unter zwölf Jahren keinen Zutritt haben? Ein Fluch oder ein Segen? Diskriminierung von Eltern oder Respekt gegenüber Mitmenschen, die ihre Ruhe haben wollen? Es sind Themen, die hierzulande in der Regel sehr emotional diskutiert werden. Versuchen wir es einmal sachlich!

Ein Kommentar von Christiane Mitatselis

Ich erinnere mich an einen Flug von Denver nach Frankfurt. Er dauerte neuneinhalb Stunden, und fast die ganze Zeit über brüllten zwei kleine Kinder hinter mir. Sie traten auch gegen die Vordersitze, die Mutter bekam ihren Nachwuchs nicht unter Kontrolle. Die Flugbegleiterinnen versuchten es mit Süßigkeiten oder kleinen Geschenken. Nichts half. Die Kinder brüllten, nickten kurz ein. Und brüllten weiter. Wie schön wäre es, dachte ich damals, wenn es kinderfreie Sitzreihen gäbe… Vermutlich hätte ich in dieser Nacht, in der ich natürlich keinen Schlaf fand, hohe Summen für einen ruhigen Platz bezahlt.

Zwei asiatische Fluglinien bieten einen solchen Service gegen Aufpreis inzwischen an. Es gibt bei ihnen Sitzreihen, die für Kinder unter zwölf Jahren gesperrt sind. Und natürlich wittern hierzulande manche Eltern sofort Diskriminierung oder Kinderfeindlichkeit. Es sind die typischen Totschlag-Argumente, die Diskussionen über das Thema zu einer Art Glaubenskrieg werden lassen. Dabei geht es nicht darum, dass irgendwer grundsätzlich etwas gegen Kinder hat, sondern allein darum, wie man ein harmonisches Zusammenleben regeln kann.

Reisende Familien von Mitreisenden trennen - ein Beitrag zur Entspannung

Die einen wollen auf einer Reise ihre Ruhe haben. Die anderen reisen mit kleinen Kindern, die sich auch bei bester Erziehung nicht stundenlang ruhig verhalten. Nichts spricht dagegen, die einen von den anderen räumlich zu trennen. Es ist eine praktische Lösung, die zur allgemeinen Entspannung beiträgt. Nicht mehr und nicht weniger.

Das Gleiche gilt für Hotels oder Cafés, in denen kleine Kinder nicht erwünscht sind. Den Gästen wird dadurch ein Aufenthalt ohne Geschrei garantiert, niemand wird diskriminiert. Ein Problem bestände nur dann, wenn die Mehrheit aller deutschen Hotels oder gastronomischen Einrichtungen Kindern den Zutritt verweigerte. Doch es sind nur sehr wenige, die das tun. Special-Interest-Angebote, die auch von Eltern wahrgenommen werden, die sich eine gebrüllfreie Auszeit nehmen wollen.

Es gibt genügend Lokale, durch die die Kleinen toben dürfen. Nicht jeder Zeitgenosse, der dem nichts abgewinnen kann, ist automatisch ein Unhold. Es gibt ganz normale, nette, freundliche und intelligente Menschen, die sich nicht für die lieben Kleinen interessieren, nicht jedes Baby süß finden und sich lieber von ihnen fern halten. Auch das hat nichts mit Diskriminierung oder Kinderfeindlichkeit zu tun.