Nur Zehntausende beim "Marsch der Millionen" - Lässt die Unterstützung für Mursi nach?

14. August 2013 - 8:31 Uhr

Demonstrationen bleiben friedlich

Am ersten Freitag im Fastenmonat Ramadan trommelten die Islamisten zum "Marsch der Millionen". Doch es gingen nur Zehntausende auf die Straße, um die Wiedereinsetzung ihres gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi zu fordern. Haben die Muslimbrüder die Hoffnung darauf schon aufgegeben? Derweil fordern Deutschland und die USA Mursis Freilassung.

Ägypten Demo Mursi Muslimbrüder
Die Anhänger des entmachteten Ex-Präsidenten Mursi haben weniger Demonstranten mobilisieren können als erhofft.
© dpa, Oliver Weiken

In der Nacht demonstrierten einige Tausend Anhänger in Kairo weiter gegen die Entmachtung der Islamisten durch das Militär. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie vor einer Moschee im Stadtteil Nasr ausharrten, Slogans gegen das Militär riefen und eine Wiedereinsetzung Mursis in sein Amt forderten. Größere Zusammenstöße mit Gegnern der Islamisten gab es wie schon am Vortag nicht.

Auf der Hauptkundgebung vor einer Moschee in der Vorstadt Nasr City hatten die Demonstranten gerufen: "Sagt der Welt, dass Ägypten islamisch ist und nicht weltlich." Flugblätter mit Parolen wie "Mursi ist mein Präsident" und "Wir lehnen den Putsch ab" wurden verteilt. Die Bewegung kündigte an, solange auf die Straße zu gehen, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Ob die Unterstützung dafür nachgelassen hat oder die vergleichsweise geringe Beteiligung etwas mit dem Ramadan zu tun hat, dürften die nächsten Tage und Wochen zeigen.

Deutschland und USA fordern Mursis Freilassung

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) verlangte die Freilassung Mursis. Nach Angaben des Auswärtigen Amts forderte er ein Ende der "aufenthaltsbeschränkenden Maßnahmen", die vom Militär gegen den bisherigen Staatschef verhängt worden waren. Zudem müsse "unverzüglich" eine unabhängige internationale Organisation wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz Zugang zu Mursi bekommen.

Die US-Regierung hat sich der deutschen Forderung angeschlossen. Auf die Frage, wie man zu einer entsprechenden Äußerung von Westerwelle stehe, sagte US-Außenamtssprecherin Jen Psaki: "Wir stimmen dem zu."