Frankfurt verliert Spiel - aber gewinnt viele Sympathien

Nur kurz ein Krimi: Bayern erneut im Pokal-Finale

11. Juni 2020 - 8:07 Uhr

Bei der Eintracht überzeugen vor allem die Trikots

Nach einer – bis auf zehn Minuten – weitgehend mutlosen Vorstellung ist Eintracht Frankfurt im Halbfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Beim FC Bayern verlor die Elf von Trainer Adi Hütter, die aus gegebenem Anlass mit Anti-Rassismus-Sondertrikot aufliefen, mit 1:2 (0:1). Sieht eng aus, eng war es aber nur für rund zehn Minuten, als die Gäste in der zweiten Halbzeit kurzzeitig widerborstig wurden. Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, war vor allem dem bajuwarischen Chancenwucher geschuldet. Ivan Perisic, Ersatz für den verletzungsbedingt fehlenden Serge Gnabry (Rückenprellung), legte den Grundstein für den 16. Bayern-Sieg im 17. Pflichtspiel 2020.

Kostic fehlt an allen Ecken

Vom Frankfurter Pokal-Spirit des Finalsiegs 2018 gegen die Bayern war zunächst keine Spur. Schon früh war klar, wer in der Allianz Arena die (Leder-)Hosen anhat. Eine Angriffswelle des designierten deutschen Meisters auf die nächste rollte auf den Eintracht-Kasten zu. Nach perfekter Flanke von Thomas Müller traf Perisic (14.) per Kopf zur Führung. Dominant ging es weiter, doch die Münchner ließen beste Chancen liegen. Kingsley Coman traf nach Flanke von Perisic nur das Außennetz (25.). Fünf Minuten später parierte Kevin Trapp stark gegen Robert Lewandowski.

Ein Schuss von Sebastian Rode nach rund einer halben Stunde war das Einzige, das die Gäste ohne den rotgesperrten Filip Kostic vor der Pause offensiv auf die Kette kriegten.

Da Costa kommt und trifft

In der zweiten Halbzeit rückte die Eintracht ein Stück vor, machte die Räume enger – und kam sogar zu Möglichkeiten. Eine davon nutzte Danny da Costa (69.) zum glücklichen Ausgleich. 282 Sekunden nach seiner Einwechslung schlenzte er die Kugel aus zehn Metern in die linke Ecke. 

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Auf Lewandowski bleibt Verlass

Gefühlt blieb die Eintracht zwar dran, aber schon bald rückte die Mannschaft von Hansi Flick die Verhältnisse wieder zurecht. Nach Vorarbeit von Alphonso Davies und Joshua Kimmich stellte der polnische Ausnahmestürmer auf 2:1. Auf den Jubel musste der designierte deutsche Meister, der im Gegensatz zu den Gästen ihre neuen Leibchen für die kommende Saison präsentierte, aber warten. Schiri Marco Fritz gab den Treffer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung von Davies zunächst nicht – bis der Kölner Keller intervenierte.

Im Finale (Samstag, 4.Juli.2020 hier im Live-Ticker) geht es gegen Bayer Leverkusen, das durch einen lockeren 3:0-Sieg am Vortag bei Drittliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken erstmals seit elf Jahren wieder ins Endspiel um den DFB-Pokal eingezogen ist.