Nur jeder Dritte in Deutschland bereit, Angehörige selbst zu pflegen

Wegen des Berufs entscheiden sich viele gegen die Pflege in der Familie.
© dpa, Oliver Berg

22. Dezember 2014 - 17:13 Uhr

"Viele haben große Sorge, dass die Pflege sie überfordern würde"

Trotz verbesserter Pflegebedingungen vom nächsten Jahr an ist die selbst geleistete Pflege im Familienkreis für die Mehrheit der Deutschen keine Selbstverständlichkeit. Nur knapp jeder Dritte wäre bereit, Angehörige selbst zu Hause zu pflegen. 17 Prozent würden einen Platz im Pflegeheim auswählen, 43 Prozent eine andere Lösung suchen, zum Beispiel eine Pflegekraft ins Haus bestellen. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Krankenkasse DAK hervor. Von 2015 an sollen eine zweijährige Familienpflegezeit sowie eine bezahlte Auszeit von zehn Tagen Arbeitnehmern die Pflege eines schwer kranken Angehörigen erleichtern.

Die Bereitschaft, Pflege zu leisten, ist der Studie zufolge abhängig vom Alter und Geschlecht der Befragten. Wer älter als 50 Jahre ist, ist laut Umfrage eher bereit, Angehörigen zu helfen (40 Prozent). Bei den Unter-30-Jährigen können sich das nur 16 Prozent vorstellen. Frauen (34 Prozent) sind eher bereit als Männer (23 Prozent), Pflege zu leisten. Als Gründe gegen die Pflege in der Familie werden vor allem der Beruf oder die eigene private Situation genannt. Ein Viertel lehnt die Pflege Angehöriger prinzipiell ab. "Viele haben große Sorge, dass die Pflege sie überfordern würde", schreibt die DAK.