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"Nur in wichtigen Spielen": Marco Reus plappert Joachim Löws seltsamen Plan aus

18. Juni 2018 - 22:31 Uhr

Hitzige Debatte: Warum spielte Marco Reus nicht von Anfang an?

Julian Draxler und Mesut Özil statt des formstarken Marco Reus: Diese Personalie hat viele Fußball-Fans bei der erst zweiten deutschen WM-Auftaktniederlage überhaupt geärgert und vor Rätsel gestellt. Der Dortmunder äußerte sich etwas irritierend selbst zu den Gründen seiner Joker-Rolle. Einen nicht viel glücklicheren Auftritt hatte Philipp Lahm in einer deutschen Schule in Moskau.

Marco Reus gibt kuriose Erklärung ab

Das DFB-Team schottet sich nach dem desaströsen 0:1 gegen Mexiko ab. Keine Pressekonferenzen, keine Minute öffentliches Training, keine ungemütlichen Fragen der Journalisten. Stattdessen eine – hoffentlich intensive – interne Fehleranalyse.

Marco Reus war den fragenden Redakteuren aber schon am Abend nach dem Mexiko-Spiel vor das Mikrofon gelaufen und hatte sie - und nicht nur sie - mächtig irritiert. Schon im Trainingslager in Eppan habe ihm Bundestrainer Joachim Löw gesagt, dass er gegen Mexiko nicht spielen werde, "weil wir davon ausgehen, dass das Turnier sehr lang geht" und er "vor allem in den wichtigen Spielen" gebraucht würde.

Joachim Löw hat sich mit Reus kräftig verzockt

"Wichtige Spiele" also ... Da stellt sich doch – spätestens seit Sonntagabend - die Frage, welche Spiele so viel wichtiger sein sollen als ein WM-Auftaktspiel gegen den vermeintlich stärksten Gruppengegner Mexiko. Mit der Nicht-Berücksichtigung von Reus hat sich Löw offensichtlich kräftig verzockt.

Das untermauerte Reus, als er das deutsche Spiel nach seiner Einwechslung in der 60. Minute sichtlich belebte, anders als seine untergetauchten Kollegen Thomas Müller, Mesut Özil und Julian Draxler riskante Pässe in die Schnittstelle spielte und den Abschluss suchte, statt die Verantwortung durch den x-ten Querpass weiterzugeben.

Lothar Matthäus: "Reus hätte bei mir eine Stammplatzgarantie"

Lothar Matthäus war auch von der späten Einwechslung von Reus irritiert. "Reus hätte bei mir eine Stammplatzgarantie und müsste immer spielen", kritisierte der Rekordnationalspieler in der 'Bild' und kritisierte Özil scharf: "Bei Mesut Özil vermisse ich die Geschwindigkeit und Körpersprache. Er hat so viele Freiheiten von Jogi Löw, aber es kommt nichts zurück."

Geht man nach Löws Logik der "wichtigen Spiele" dürfte Reus in den weiteren Gruppenspielen gegen Schweden und Südkorea gesetzt sein, denn ein historisches Vorrunden-Aus lässt sich wohl nur mit zwei Siegen vermeiden.

Im Video: Peter Neururer zerlegt den deutschen Katastrophen-Kick

Philipp Lahm spricht von "kleinem Rückschlag"

Ziemlich viel Kopfschütteln löst derweil auch Philipp Lahm aus. Eine geplante Pressekonferenz des Weltmeisters, der in seiner Funktion als Botschafter für die EM 2024 in Moskau weilt, hatte der DFB wohlweislich abgesagt, rechnete aber wohl nicht mit den findigen Fragen einiger Kinder, die Lahm in der Schule der deutschen Botschaft in Moskau gestellt bekam.

Von einem Jungen auf die krachende Niederlage gegen Mexiko angesprochen, sagte Lahm: "Ein kleiner Rückschlag schadet nicht, um noch ein bisschen enger zusammenzurücken". Bleibt nur zu hoffen, dass Löw die desaströse Vorstellung in seiner Fehleranalyse nicht auch als "kleinen Rückschlag" wertet.

Nur eine massive Neuausrichtung in so grundlegenden Punkten wie der Balance zwischen Offensive und Defensive, dem Zweikampfverhalten und dem gesamten Offensivspiel können den Weltmeister vor einem peinlich frühen WM-Aus bewahren.

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