16. April 2019 - 12:43 Uhr

Knapp ein Jahr nach dem Start des Hamburger Hygienesiegels für saubere Gastronomie hat nur ein Bruchteil der Betriebe an der Aktion teilgenommen. Mittlerweile seien 79 von etwa 6000 Hamburger Betrieben ausgezeichnet, die zur Gastronomie im engeren Sinne zählen und für die eine Teilnahme möglich ist. Das entspricht rund 1,3 Prozent. Insgesamt hatten sich 209 Restaurants, Cafés oder Imbisse für die freiwillige Prüfung angemeldet, wie die Verbraucherschutzbehörde am Dienstag mitteilte.

Mit dem Siegel sollen Gastronomen ihren Kunden transparent zeigen können, wie es bei ihnen um die Hygiene und die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben bestellt ist. Senatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) lobte trotz der verhaltenen Beteiligung, dass sich das Siegel seit seiner Einführung im Mai 2018 "immer mehr etabliert und von Anbietern nachgefragt wird". Das Ziel müsse aber weiterhin eine einheitliche Regelung auf Bundesebene sein. Die Behörde verwies auf eine neue Internetseite, die die ausgezeichneten Betriebe aufliste.

Von einem Erfolg des Hygienesiegels könne derzeit "wahrlich keine Rede sein", kritisierte hingegen Jennyfer Dutschke, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bürgerschaftsfraktion. "Senatorin Prüfer-Storcks reitet ein totes Pferd und will es nicht wahrhaben", sagte Dutschke. Reguläre, gesetzlich geregelte Hygienekontrollen reichten aus FDP-Sicht "völlig aus".

Quelle: DPA