Löws "Moped-Gang" kommt zu spät ins Rollen

Nur 1:1 gegen Serbien: Deutschland mit durchwachsenem "Neustart"

22. März 2019 - 12:03 Uhr

Die DFB-Elf spielt nur Remis, macht aber Hoffnung

Schade, da war mehr drin. Die deutsche Nationalmannschaft startet mit einem 1:1 gegen Serbien in das Länderspieljahr 2019. Die jungen Wilden um Leroy Sané, Timo Werner und Kai Havertz zeigen sich über weite Strecken der Partie spielfreudig, lassen jedoch ein halbes Dutzend an Großchancen liegen. Dennoch macht der Auftritt Hoffnung auf bessere Zeiten. 

Jugend forscht im deutschen Team

Vor der Partie hatte Jogi Löw eine "neue Zeitrechnung" angekündigt. Zumindest in Sachen Aufstellung lässt er seinen Worten Taten folgen. Der Bundestrainer bringt mit Manuel Neuer nur einen Rio-Weltmeister in der Startelf - und damit auch den einzigen Ü-30-Kicker im Kader. Bei der DFB-Verjüngungskur in Wolfsburg darf Lukas Klostermann (22) auf der rechten Abwehrseite debütieren. Mit Kai Havertz (19), Julian Brandt (22), Jonathan Tah (23), Timo Werner (23), Niklas Süle (23) und Leroy Sané (23) setzt Löw bewusst auf die Jugend. Und das durchaus mit Erfolg.

Von Beginn legt das deutsche Team los wie die Feuerwehr und zieht mit viel Tempo in Richtung des serbischen Torhüters Marko Dmitrovic. Nach 45 Sekunden gelingt Klostermann der erste Abschluss, in der 2. Minute schießt Havertz zum ersten Mal auf das Tor. Doch der Schuss geht nach hinten los. Ausgerechnet Frankfurt-Knipser Luka Jovic bringt die Serben in Führung (12.). Nach einer Ecke verlängert Nemanja Maksimovic den Ball mit dem Rücken auf Jovic, der am Fünfmeterraum völlig frei steht – und einnickt.

Goretzka verhindert "Neustart"-Pleite

Kimmich & Co. brauchen einige Minuten, um sich von dem frühen Schock zu erholen. In der 22. Minute läuft Werner nach Havertz-Pass alleine auf das Serben-Tor zu, kann die Kugel aber nicht im Tor unterbringen. Deutschland drückt in der Folge auf den Ausgleich, die Serben stehen aber defensiv stabil, verlegen sich auf das Konterspiel – und erzielen fast die Führung. Klostermann rettet im letzten Moment gegen Jovic (25.). Auf der anderen Seite verballert Werner die nächste Hundertprozentige (37.). Aber auch die Serben lassen die Chance auf das 2:0 liegen, Adem Ljajic (41.) vergibt die XXL-Möglichkeit.​

Sané übel umgetreten

Im zweiten Abschnitt bringt Löw Marc-André ter Stegen für Neuer sowie Marco Reus für Havertz. Kurz danach kommt Leon Goretzka für Brandt. Und vor allem Reus ist eine Belebung für die DFB-Offensive. Der BVB-Star scheitert mit seinem Schuss am Serben-Keeper (52.). Aber auch danach lässt die Mannschaft einiges liegen. Erst vergibt Sané per Kopf (63,), dann wird Gündogans Schuss von der Linie gekratzt (64.). Schließlich ist es Goretzka, der nach Reus-Vorlage das mittlerweile deutlich überlegene deutsche Team mit seinem Treffer zum 1:1 erlöst (69.). Wenig später scheitern Sané (72./77.) und Reus (75.) an Dmitrovic. In der Nachspielzeit holt sich Milan Pavkov nach üblem Frust-Foul an Sané noch die Rote Karte ab. Deutschland drückt bis zum Schluss, der Siegtreffer gelingt Löws Team aber nicht mehr.

Im Hinblick auf das EM-Quali-Spiel am Sonntag gegen Holland (20.45 Uhr/live bei RTL und im Stream bei TVNOW) ist es am Ende eine durchwachsene Generalprobe.

Fans bedanken sich bei Boateng & Co. - und der revanchiert sich

Vor dem Anpfiff bedanken sich die Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit einer Choreografie und einem riesigen "Danke" über den drei Namen der ausgebooteten Bayern-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng. Letzterer zeigt sich erfreut und twittert eine "Danke" zurück.