Frau (20) wird nachts von der Geburt überrascht

Nürnberg: Obdachlose bringt Baby bei -15 Grad im Stadtgraben zur Welt

In Nürnberg hat eine Frau in der Nacht im Freien ein Baby zur Welt gebracht.
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13. Februar 2021 - 16:31 Uhr

Frau übernachtete mit ihrem Begleiter auf einem Lüftungsgitter der U-Bahn

In Nürnberg hat eine 20 Jahre alte Obdachlose bei eisigen Temperaturen im Frauentorgraben ein Kind zur Welt gebracht. Schlimm genug, wenn man bei minus 15 Grad die Nacht auf der Straße verbringen muss. Die junge Frau, die sich für die Nacht auf einem Lüftungsgitter nahe der U-Bahnstation Opernhaus eingerichtet hatte, wurde dann aber auch noch von der Geburt ihres ersten Kindes überrascht. Mutter und Kind sind in einer Nürnberger Klinik, wie die Stadt am Freitagnachmittag mitteilte. Das Jugendamt werde das Kind in Obhut nehmen.

Plötzlich setzten bei der Obdachlosen die Wehen ein

Als eine Polizeistreife bei der jungen Frau und ihrem Begleiter eintraf, hielt sie das Baby bereits im Arm und versuchte, sich und das Neugeborene mit einem Schlafsack notdürftig vor der Kälte zu schützen. Zwei Polizeistreifen hatten sich sofort auf die Suche gemacht, nachdem über den Notruf gemeldet wurde, dass bei einer Frau im Stadtgraben die Geburt in vollem Gange sei. Nach RTL-Informationen soll der Begleiter der Frau die Rettungskräfte informiert haben.

Ein paar Minuten nach den Polizeibeamten traf dann auch ein Rettungswagen vor Ort ein, um die frierende Mutter und ihr Baby schnellstmöglich ins Warme zu bringen. Beide kamen vorerst in ein Krankenhaus, wo sie sich von der Geburt erholen können. Ein Feuerwehr-Sprecher teilte auf RTL-Anfrage mit, dass der Zustand der beiden "stabil" gewesen sei.

„Obdachlose Familien werden in der Regel in Wohnungen untergebracht"

Wie es für das Neugeborene nach dem Kaltstart ins Leben und der Inobhutnahme durch das Jugendamt weitergeht, ist noch unklar. "Obdachlose Familien werden in der Regel in Wohnungen untergebracht. Hierfür hat die Stadt Nürnberg 206 Wohnungen angemietet", teilte die Stadt Nürnberg mit. Das Jugendamt sei im Rahmen seines Schutzauftrags aktiv und in engem Kontakt mit dem Sozialdienst der Klinik, in der sich Mutter und Kind befänden. Warum die junge Frau sich nicht vor der Geburt in ein Krankenhaus begab, blieb offen.

Auf RTL-Anfrage erklärte die Referentin für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, Elisabeth Ries: "Wir sind mit der Mutter im Gespräch. Es gibt auf jeden Fall Angebote." Die Inobhutnahme bleibt laut Ries so lange bestehen, bis geklärt ist, ob die Mutter sich eigenständig um das Kind kümmern könne oder Hilfen notwendig seien.