NSA spioniert auch Smartphones aus

14. Februar 2016 - 19:18 Uhr

Der US-Geheimdienst NSA hat dem "Spiegel' zufolge Zugang zu Nutzerdaten von Smartphones führender Hersteller. Betroffen seien Apples iPhone, BlackBerry -Geräte und Googles Betriebssystem Android. Der NSA sei es möglich, nahezu alle sensiblen Informationen eines Smartphones auszulesen, etwa Kontaktlisten, den SMS-Verkehr, Notizen und Aufenthaltsorte seines Besitzers.

Zudem habe die NSA für jeden größeren Hersteller von Handy-Betriebssystemen eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet, deren Ziel es sei, heimliche Zugänge zu Smartphones zu ermöglichen.

Der Geheimdienst soll auch das besonders gesicherten BlackBerry-Mailsystem geknackt haben. Der "Spiegel" schreibt, die von ihm eingesehenen Materialien legten den Schluss nahe, dass die betroffenen Unternehmen nichts von den Ausspähungen wussten.

Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Thomas Oppermann, erklärte, ein Recht auf Privatheit gebe es faktisch nicht mehr. Man müsse davon ausgehen, dass die NSA alles mitlesen könne. "Es ist schlimm, dass die Bundesregierung dies konsequent ignoriert." Für die Linkspartei warf deren Abgeordnete Petra Pau der Union vor, den "Generalangriff auf Bürgerrechte" abzuwiegeln. "So überheblich können nur duldende Mitwisser sein."