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NSA-Chef verteidigt Praktiken: "Spionage verhinderte Terroranschläge"

NSA-Chef verteidigt Praktiken: "Spionage verhinderte Terroranschläge"

Befragung im US-Senat

Vor dem Senat hat sich der Chef der US-Spionagebehörde NSA (National Security Agency), Keith Alexander, zu den umstrittenen Datensammel-Programmen erstmals geäußert und diese vehement verteidigt. "Dutzende" Terrorattacken im In- und Ausland seien dadurch verhindert worden.

NSA-Chef Keith Alexander
Die NSA steht im Mittelpunkt von gleich zwei US-Spionageskandalen.
dpa, Michael Reynolds

Einer davon sei der geplante Anschlag von drei Islamisten auf die New Yorker U-Bahn im September 2009. Das Trio war aber einen Tag vor der Ausführung aufgeflogen. Alexander nannte in diesem Zusammenhang den Namen Najibullah Zazi, der einer der Verschwörer war.

Der NSA-Chef erwähnte außerdem David Headley, der wegen seiner Beteiligung an der Terrorattacke in Mumbai 2008 in einem US-Gefängnis sitzt. "Ich glaube, wir tun hier das Richtige, um die amerikanischen Bürger zu beschützen", sagte Alexander.

So habe der Geheimdienst stets eine Balance zwischen dem Recht auf Privatsphäre und den Sicherheitsinteressen des Staates nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Blick gehabt. "Das amerikanische Volk soll wissen, dass wir versuchen, transparent zu sein und die zivilen Freiheitsrechte und die Privatsphäre zu schützen, aber auch die Sicherheit dieses Landes zu bewahren", sagte Alexander.

Snowden: Hunderte Ziele in China und Hongkong

Die NSA steht im Mittelpunkt von gleich zwei US-Spionageskandalen: Dabei geht es um das Sammeln von Daten aus Telefonaten von Millionen Kunden der US-Gesellschaft Verizon und den massiven Zugriff auf Server von Internetfirmen. Vor allem die Internetspionage hat auch im Ausland scharfe Kritik ausgelöst, so auch in Deutschland.

Es war das erste Mal, dass sich Alexander öffentlich zu den Programmen äußerte, seit der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden sie in Zeitungsinterviews enthüllt hatte.

Der Informant hält sich weiter in Hongkong versteckt und fährt unterdessen neue Geschütze auf. Snowden behauptet, dass seit 2009 aus den USA Cyberangriffe auf hunderte Ziele in China und Hongkong vorgenommen wurden. Einer Zeitung legte er Dokumente vor, deren Echtheit aber nicht überprüft worden sei.

Snowden zufolge hat die NSA weltweit mehr als 61.000 Hacking-Aktionen durchgeführt. Ziele seien unter anderem Universitäten, Unternehmen und öffentliche Funktionsträger gewesen. Die USA ihrerseits werfen China massive Cyberattacken vor, unter anderem, um sich Informationen über militärische Technologien zu verschaffen.