Wird die Grundschul-Empfehlung in NRW wieder verbindlich?

Im Moment entscheiden in NRW die Eltern, auf welche weiterführende Schule sie ihr Kind schicken.
© dpa, Marcel Kusch, mku dul cul

07. Februar 2018 - 14:54 Uhr

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erwägt Kehrtwende

Wird die Macht der Grundschullehrer in NRW demnächst wieder gestärkt? Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist laut 'Rheinischer Post' offen für Gespräche. Derzeit sprechen Grundschulen in Nordrhein-Westfalen eine Empfehlung für eine weiterführende Schulform aus - verbindlich ist dies seit 2011 nicht mehr. Das könnte sich bald wieder ändern.

Wird der Elternwille wieder eingeschränkt?

Am Ende des ersten Halbjahres erhalten Viertklässler in NRW Empfehlungen für eine weiterführende Schulform. Dabei haben Eltern seit 2011 das letzte Wort. Doch Lehrer aller Schulformen sind laut Yvonne Gebauer für eine Rückkehr zur verbindlichen Grundschulempfehlung. "Ich muss die Wünsche der Schulen gegen das hohe Gut des Elternwillens abwägen", erklärte die FDP-Ministerin in der 'Rheinischen Post'.

Verbindlich waren die Grundschul-Empfehlungen in NRW zuletzt auch unter Schwarz-Gelb. Zwischen 2006 und 2011 gab es bei einer eingeschränkten Empfehlung für die angestrebte Schulform ein verpflichtendes Gespräch mit den Eltern. Lag keine Empfehlung - etwa für das Gymnasium - vor, musste das Kind an einem dreitägigen Prognoseunterricht teilnehmen. Ohne Zustimmung eines Experten, durften die Eltern die Schulform dann nicht wählen.

Gemischte Reaktionen auf Vorstoß der Ministerin

Die Reaktionen auf den Vorstoß von Yvonne Gebauer fallen gemischt aus. "Aus Sorge um die Qualität der Bildung sind wir bereit, eine Einschränkung der elterlichen Freiheit hinzunehmen", erklärte Ulrich Czygan von der Landeselternschaft der Gymnasien.

Kritiker bemängeln, dass auch Kinder mit einer Empfehlung an einer entsprechenden Schulform scheitern können. Aus Ländern wie Bayern wisse man außerdem, dass eine bindende Empfehlung "zu enormem Druck" führe, warnte Anne Deimel, die Vizechefin des Lehrerverbands Bildung und Erziehung in NRW. Viele Eltern hielten sich sowieso schon an die unverbindliche Empfehlung.