NRW will Kinderbildungsgesetz reformieren: Kitas sollen bald auch nachts öffnen

© dpa, Waltraud Grubitzsch

2. Juli 2018 - 16:10 Uhr

Flexiblere Öffnungszeiten für Kitas

Für berufstätige Eltern kommt es vor allem auf gute Planung an, damit der Tag reibungslos abläuft. Wann hat die Kita geöffnet? Wer bringt das Kind hin? Wer holt es wieder ab? Und was machen eigentlich die Eltern, die im Schichtdienst arbeiten oder häufig auf Geschäftsreise müssen? Das neue nordrhein-westfälische Kita-Gesetz soll jetzt Abhilfe schaffen. Bestimmte Einrichtungen sollen ihre Öffnungszeiten demnächst flexibler gestalten und auch nachts öffnen.

Kinder dürfen trotzdem nicht 24-Stunden lang abgegeben werden

NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hält 24-Stunden-Kitas beispielsweise an bestimmten Unikliniken für sinnvoll. Ärzte und Pflegekräfte, die nachts arbeiten müssen, hätten dann eine Möglichkeit, ihre Kinder betreuen zu lassen. "Aber kein Kind wird 24 Stunden in der Kita abgegeben", stellte Stamp klar. Kinder dürfen nicht länger als neun Stunden in der Tagesstätte verbringen.

Wann soll das Kita-Gesetz in Kraft treten?

Bundesweit gibt es schon einige wenige 24-Stunden-Kitas. Oder solche, die zumindest bis abends und auch am Wochenende geöffnet haben. Die NRW-Landesregierung will mit dem neuen Gesetz dafür sorgen, dass das Angebot zumindest in Nordrhein-Westfalen noch besser wird. Für Eltern, die in Randzeiten oder im Schichtdienst arbeiten, soll so die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser gewährleistet werden. Die Finanzierung der 9.800 Kindertagesstätten in NRW soll einfacher und unbürokratischer werden.

Bis es soweit ist, könnte es noch mehrere Monate dauern. Der Familienminister will das reformierte Kinderbildungsgesetz im Januar 2019 vorlegen und nach der Sommerpause 2019 durch den Landtag bringen. Zum Kita-Jahr 2020/21 könnte es dann in Kraft treten, wenn die Mehrheit der Abgeordneten dafür stimmt.