NRW-Regierung will Betreuung rund um die Uhr: "Es wird Kitas geben müssen, die über Nacht geöffnet haben"

Joachim Stamp ist stellvertretender Ministerpräsident von NRW und Familienminister.
© dpa, Guido Kirchner, gki vge

01. Juli 2017 - 18:27 Uhr

Rettungsaktion für die Träger von Kitas

Die neue schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen will mehr Kitas mit längeren Öffnungszeiten. "Da, wo es notwendig ist, etwa weil die Eltern Schichtarbeit leisten, wird es Kitas geben müssen, die über Nacht geöffnet sind. Ich denke beispielsweise an das Einzugsgebiet großer Kliniken", sagte Joachim Stamp (FDP), stellvertretender NRW-Ministerpräsident und Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration. Das sagte er in einem Interview mit der "Rheinischen Post". Das bedeute aber nicht, dass Eltern ihre Kinder 24 Stunden abgeben könnten. Bei den Kita-Öffnungszeiten hatten CDU und FDP angekündigt, mehr Flexibilität anstreben zu wollen. 

Als erste Amtshandlung kündigte Stamp eine Rettungsaktion für die Träger von Kitas an: "Wir werden ein Programm zur Rettung der Kita-Träger auf den Weg bringen. Sonst ist zu befürchten, dass viele von ihnen 2018/19 aus der Finanzierung der Kitas aussteigen und Einrichtungen schließen müssen", so der FDP-Politiker.

Auf die Frage, ob nicht drei beitragsfreie Kita-Jahre die Chancengleichheit aller Kinder erhöhen würde, sagte Stamp: "Priorität hat die Verbesserung der Betreuungsqualität. Für die nächsten Jahre bleiben wir dabei, dass zunächst nur das letzte Kita-Jahr beitragsfrei bleibt, aber langfristig streben wir das an."