Ministerpräsident Laschet zur Corona-Krise in NRW

Kreis Gütersloh: Lockdown um eine Woche verlängert, Kreis Warendorf ab Mittwoch offen

30. Juni 2020 - 8:18 Uhr

Bilanz nach einer Woche Lockdown den Kreisen Gütersloh und Warendorf

Für die Menschen im Kreis Warendorf ist der Lockdown ab Mittwoch vorbei. Pünktlich um Mitternacht wird der Kreis geöffnet. Der Kreis Gütersloh hingegen bleibt noch eine Woche länger im Lockdown. Vor einer Woche wurde die Maßnahme nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies verkündet. Mittlerweile wurden in beiden Kreisen rund 40.000 Corona-Tests durchgeführt, und die Ergebnisse "stimmen zuversichtlich", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet bei der Verkündung in einer Pressekonferenz am Nachmittag, deren Ausschnitte Sie im Video sehen können.

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„Im Kreis Warendorf ist kein Eintrag des Virus in die Bevölkerung zu erkennen“

Ausschlaggebend für das Ende des Lockdowns im Kreis Warendorf sind die rund 10.000 Tests, die innerhalb der 13 Gemeinden und Städte gemacht wurden. Nach 8.841 Tests liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im gesamten Kreis Warendorf bei 22,0 und demnach weit unter dem Richtwert von 50.

Im Kreis Warendorf ist demnach kein Eintrag des Virus in die Bevölkerung zu erkennen, erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Montag. Auch Prof. Dr. Andreas Stang, Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik Essen, kam nach seiner Untersuchung zu dem Fazit, dass im Kreis Warendorf kein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt.

Menschen im Kreis Gütersloh müssen sich noch bis zum 7. Juli gedulden. Hier wurden rund 28.000 Tests gemacht. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt hier aktuell noch bei 112,6 – ohne Tönnies-Mitarbeiter sogar nur bei 22,5. Außerhalb der Fleischindustrie sind hier noch 107 Menschen mit den Coronavirus infiziert, so der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beschreibt die Tests nach dem Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik Tönnies als die größte Testaktion, seit es die Corona-Pandemie gibt.

Tönnies darf erst wieder produzieren, wenn keine Gefahr mehr besteht

Nordrhein-Westfalen hatte mit dem Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf auf den bundesweit bisher größten einzelnen Corona-Ausbruch reagiert. Beim Fleischverarbeiter Tönnies im Kreis Gütersloh hatten sich zuvor über 1.500 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Adenauer betonte, Tönnies dürfe den Betrieb erst wieder öffnen, wenn keine Gefahr mehr bestehe. Dafür seien aber noch viele Hausaufgaben zu erledigen.