News
Aktuelle Nachrichten, Schlagzeilen und Videos

NRW kehrt zum Abitur nach 9 Jahren zurück - Landtagsbeschluss mit CDU/FDP-Stimmen

ARCHIV - Oberstufenschüler demonstrieren am 15.05.2013 vor dem Landtag in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) gegen das «Turbo-Abitur» nach acht Jahren (G8).   Foto: Roland Weihrauch/dpa Foto: Roland Weihrauch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
NRW verabschiedet sich vom Turbo-Abi - wenn die Gymnasien denn wollen. © dpa, Roland Weihrauch, rwe wst maf

Leitentscheidung gegen G8 - Schulen dürfen abstimmen

Nordrhein-Westfalen kehrt zum Abitur nach neun Jahren am Gymnasium (G9) zurück. Das besiegelte der Landtag in Düsseldorf mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von CDU und FDP. Die Oppositionsparteien SPD, Grüne und AfD enthielten sich bei der Abstimmung, obwohl sie die Rückkehr zu G9 grundsätzlich gutheißen. Sie kritisieren, dass das neue Gesetz den Gymnasien eine einmalige Wahlmöglichkeit zwischen G8 und G9 einräumt.

Umstellung zu G9 startet im Schuljahr 2019/20

Die Umstellung zu G9 an öffentlichen Gymnasien startet im Schuljahr 2019/20 mit den Fünft- und Sechstklässlern. Der erste reguläre G9-Jahrgang macht dann 2027 Abitur. Schüler, die derzeit ein öffentliches Gymnasium besuchen, bleiben aber im G8-Modus. "Eine Erstreckung auf weitere Jahrgänge ist wegen der dann bereits fortgeschrittenen Schullaufbahn nicht beabsichtigt", heißt es dazu im Gesetzesentwurf.
Auf die Kommunen kommen laut Regierungsangaben erst zum Schuljahr 2026/2027 Umstellungskosten zu. Für die Lehrmittel fallen allerdings bereits mit dem Schuljahr 2023/2024 höhere Kosten an. Beides hängt mit dem ersten G9-Abiturjahrgang 2027 zusammen. 

ARCHIV - 14.11.2017, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Yvonne Gebauer, nordrhein-westfälische Schulministerin (FDP), spricht in Düsseldorf. Die geplanten 60 «Talentschulen» an sozialen Brennpunkten in Nordrhein-Westfalen sollen insgesamt rund 415 zusä
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer: "Die Rückkehr zu G9 ist eines der größten und wichtigsten landespolitischen Vorhaben." © dpa, Marcel Kusch, mku exa

Kritik an Wahlfreiheit der Schulen

Die NRW-Landesregierung aus CDU und FDP begründet die Rückkehr zu G9 mit der fehlenden "notwendigen Akzeptanz an Schulen und in der Öffentlichkeit". Da es aber Schüler, Lehrer und Eltern gibt, die das Abitur nach 8 Gymnasialjahren bevorzugen, gibt die Landesregierung allen Schulkonferenzen eine Wahlmöglichkeit. Einmalig dürfen die Vertreter von Lehrern, Schülern und Eltern abstimmen, ob das jeweilige Gymnasium zu G9 zurückkehrt, oder ob Schüler und Schülerinnen hier weiterhin nach 8 Jahren ihr Abitur absolvieren.
Die SPD-Fraktion kritisierte den Gesetzesentwurf im Landtag. Die Wahlfreiheit der Schulen "würde erneut zu Unzufriedenheit und Frustrationen führen." Das betreffe besonders den ländlichen Raum, wo Jugendliche an die Entscheidung des oftmals einzigen Gymnasiums in der Umgebung gebunden wären. Die Oppositionspartei forderte, eine grundsätzliche Rückkehr zu G9 zu beschließen. Der SPD-Vorschlag sah die schulrechtliche Möglichkeit für individuelle Entscheidungen zu einer achtjährigen Gymnasialzeit vor.

Kehrtwende auch in Niedersachsen und Bayern

Auch andere Bundesländer wie Niedersachsen und Bayern haben die Kehrtwende zu G9 beschlossen. 

Mehr News-Themen