Düsseldorf plant Event mit 13.000 Zuschauern

NRW-Gesundheitsminister Laumann ist über geplantes Konzert irritiert

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.
© dpa, Federico Gambarini, fg fdt ab

07. August 2020 - 18:25 Uhr

Sarah Connor, Bryan Adams und andere wollen auftreten

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kritisiert ein in Düsseldorf geplantes Großkonzert für 13.000 Menschen scharf. Obwohl zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen von Veranstalter Marek Lieberberg vorgesehen sind, und obwohl die Stadt das Konzert genehmigt hat, hat Laumann Zweifel daran, dass das Event stattfinden darf, sagte er in einem Statement, welches RTL vorliegt.

Laumann: "nachhaltig irritiert"

"Dass ein lokales Gesundheitsamt in dieser Lage eine Veranstaltung dieser Größenordnung im Alleingang genehmigt, hat mich als Gesundheitsminister nachhaltig irritiert," heißt es in dem Statement. Laumann hält eine solche Versammlung und die damit verbundenen Reisen quer durch Deutschland für "schlicht verantwortungslos".

Laumanns erklärt weiter, dass er seinen Unmut dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Geisel und das zuständige Gesundheitsamt mitgeteilt und eine Prüfung der Genehmigung veranlasst hat. Das letzte Wort ist also noch nicht gesprochen.

Infektionsschutz werde "in vollem Umfang Rechnung getragen"

Ein riesiges Konzert – inmitten der Pandemie? Ja, das geht, sagt Konzert-Veranstalter Marek Lieberberg und plant das im September in Düsseldorf. Auf der Bühne: Bryan Adams, Sarah Connor und "The Boss Hoss".  Und im Düsseldorfer Fußball-Stadion sollen am 4. September dann auch 13.000 Zuschauer sein.

"Das ist das Zeichen, auf das Fans, Künstler und Crews sowie die gesamte Musikindustrie sehnsüchtigst gewartet haben", sagte Veranstalter Marek Lieberberg laut einer Mitteilung. Es wäre laut Veranstalter das erste Großkonzert seit Mitte März in Deutschland.

Das Konzert im Düsseldorfer Fußballstadion ("Merkur Spielarena") werde in enger Abstimmung mit den Behörden geplant. Dem Infektionsschutz werde "in vollem Umfang Rechnung getragen", so die Veranstalter. Die Fans würden verpflichtet, Schutzmasken zu tragen. Zwischen den Sitzplätzen werde der Sicherheitsabstand gewahrt.

"Ich habe ein sehr, sehr gutes Gewissen dabei", sagt Lieberberg im RTL-Interview. Alle Maßnahmen würden getroffen, die überhaupt denkbar seien, um das Risiko so gut es geht zu minimieren. "Ich möchte, dass nicht immer der Teufel an die Wand gemalt wird, sondern dass man positiv in diese Veranstaltung geht", sagte er – auch mit Blick auf die seit sechs Monaten am Boden liegende Veranstaltungsbranche. Das ganze Interview im Video.

Können Großveranstaltungen wie Konzerte oder die Bundesliga sicher sein? Welche Maßnahmen wären sinnvoll? Dazu haben wir mit dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit gesprochen.

Musiker spielen teilweise "unplugged"

Das 150-minütige Konzert mit dem Namen "Give Live A Chance" soll teilweise "unplugged", also ohne elektrische Gitarren und ähnliches, bestritten werden. Außer dem Rockstar Bryan Adams, Deutsch-Pop-Sängerin Sarah Connor und der Berliner Band "The Boss Hoss" sollen auch die Sänger Rea Garvey, Joris und der Comedian Michael Mittermaier auftreten.

"Die Synchronisation mit den Düsseldorfer Behörden und der Merkur Spiel-Arena war für uns von Anfang an Grundlage dieses Projekts", so Lieberberg. "Dies werden wir während und nach der Veranstaltung fortsetzen, um ein positives Beispiel zu geben, wie Großveranstaltungen in Zeiten von Corona aussehen können." Lieberberg ist einer der größten Konzertveranstalter in Deutschland. Er organisiert unter anderem das Festival "Rock am Ring", das in diesem Jahr wie etliche andere Events durch die Corona-Pandemie und die einhergehenden Verbote ausgefallen war.

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