Newsticker
Alle aktuellen Nachrichten im Überblick

NRW-Gedenkfeier zum 9. November: Dortmund im Fokus

Armin Laschet
Armin Laschet (CDU) ist zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv © deutsche presse agentur

Bei der zentralen Gedenkfeier des Landes Nordrhein-Westfalen zur Pogromnacht vor 80 Jahren haben Redner an die jüngsten Vorkommnisse in Chemnitz und Dortmund erinnert. Erst vor wenigen Wochen sei in Dortmund gerufen worden: "Wer sein Land liebt, ist Antisemit!", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Freitag in Düsseldorf. "Wir müssen auch 80 Jahre nach der Reichspogromnacht wach bleiben und Antisemitismus bekämpfen."

Der Pogromnacht sei eine Sprache der Verrohung vorausgegangen. "Von der Sprache war es nur ein kleiner Schritt bis zur Tat", mahnte Laschet.

"Wenn wir die Bilder heute sehen von den brennenden Synagogen, wissen wir: Alles war geplant. Sogar die Fotografen waren bestellt", sagte NRW-Landtagspräsident André Kuper zu den Ereignissen vor 80 Jahren.

"Wir dulden nicht, was wir in Chemnitz gesehen haben, diesen Sommer", sagte Kuper. "Wir sind entsetzt über die rassistische Hetze in unserer Partnerstadt Chemnitz", ergänzte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD).

Das Novemberpogrom von 1938 hat jüngsten Forschungen zufolge auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen mindestens 127 Menschen das Leben gekostet - weit mehr, als bislang angenommen. Geschäfte und Privatwohnungen wurden zertrümmert, Synagogen in Brand gesetzt.

Das lange Zeit als "Kristallnacht" verharmloste Pogrom markiert den Übergang von der jahrelangen Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung durch die Nazis hin zu ihrer brutalen Verfolgung. In Gang gesetzt habe es der im Rheinland aufgewachsene NS-Propagandist Joseph Goebbels, sagte Laschet.


Quelle: DPA

Mehr News-Themen