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Notstand ausgerufen: Südseeinseln geht Trinkwasser aus

Viele Inselvölker sind vom Wassermangel bedroht. RTL-Reporter Niels Büngen berichtet.
RTL-Reporter Niels Büngen berichtet über den Wassermangel in der Südsee, von dem viele Inselvölker bedroht sind.

RTL-Reporter Niels Büngen berichtet

Die Südsee erlebt eine nie dagewesene Dürre. Auf vielen Inseln hat es seit Monaten nicht mehr geregnet, in weiten Teilen wurde der Notstand ausgerufen. Jetzt soll die US-­Küstenwache den Bewohnern helfen.

In einigen Gemeinden reichen die Trinkwasservorräte nur noch für eine Woche, teilte Neuseelands Außenminister Murray McCully mit. Tuvalu und das Inselreich Tokelau haben bereits den Notstand ausgerufen. Auch auf Samoa werden die Trinkwasservorräte langsam knapp.

Auf Tuvalu ist die Lage besonders dramatisch. Tuvalu ist das viertkleinste Land der Erde. Es liegt zwischen Australien und Hawai. Jede Familie bekommt dort ab sofort pro Tag nur noch zwei Eimer Trinkwasser. In den Schulen gibt es schon lange nichts mehr zu trinken. Viele Grundschulen sind bereits geschlossen. Selbst ranghohe Minister gehen zum Baden in die Lagune vor dem Regierungsgebäude. Sie wollen Vorbild sein: Duschen und Baden zuhause ist verboten, auch die Wäsche wird im Salzwasser gereinigt.

Seit sieben Monaten hat es auf einigen Inseln nicht mehr geregnet. Laut Wetterexperten ist das Wetterphänomen La Nina Schuld an der anhaltenden Dürre im Pazifik. Durch steigende Wassertemperaturen nehmen die Ostwinde zu. So treiben die Regenwolken nach Westen Richtung Australien und damit weg von den Inseln.

Hilfe aus Neuseeland und Australien

Dürre in der Südsee: Hilfe kommt aus Neuseeland und Australien.
Wegen anhaltender Dürre wurde in der Südsee der Notstand ausgerufen. Hilfe kommt aus Neuseeland und Australien.

Auf Tuvalu kämpfen die 10.000 Bewohner noch mit einem anderen Problem: Durch den steigenden Meeresspiegel ist das Grundwasser versalzen. Tuvalu ist an der höchsten Stelle nur etwa vier Meter hoch. In 50 Jahren, so befürchten Experten, wird Tuvalu ganz von der Landkarte verschwunden sein. Vor zwei Jahren war ich selbst auf Tuvalu und habe über den ansteigenden Meerespiegel berichtet. Die Menschen dort sind so verzweifelt, dass sie in vor ihrem Haus Säcke voller Müll stapeln, aus Angst vor dem ansteigenden Meeresspiegel.

Die Lage ist ernst und so hat die neuseeländische Regierung zwei Entsalzungsanlagen sowie Container mit Trinkwasser nach Tuvalu geflogen. Mit an Bord waren auch Experten des Roten Kreuzes. Andrew McKie beschreibt die Lage im neuseeländischen Radio als "schrecklich". Auch Australien schickt Hilfe: Schiffe mit Trinkwasser und Diesel für die Entsalzungsanlagen sind auf dem Weg nach Tuvalu.

Während Tuvalu Rettung aus der Luft bekommt, warten die Bewohner des Inselreichs Tokelau immer noch auf Hilfe. Da es dort keine Landebahn gibt, ist jetzt ein Schiff der amerikanischen Küstenwache nach Tokelau unterwegs. Für die Menschen dort ist es ein Wettlauf gegen die Zeit: Die Trinkwasservorräte auf Tokelau reichen für die 1400 Bewohner nur noch wenige Tage, warnt Neuseelands Außenminister.

Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Experten rechnen mit einer langen Dürreperiode. Regnen soll es laut Meteorologen erst wieder in einigen Monaten.

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