Nach Terroranschlag auf Kirchen und Luxushotels

Notmaßnahme der Regierung: Sri Lanka führt Burka-Verbot ein

29. April 2019 - 23:13 Uhr

Frauen dürfen sich in Sri Lanka nicht mehr verschleiern

Für alle Menschen in Sri Lanka gilt ein vorübergehendes Verschleierungsverbot. Das hat die Regierung des Inselstaates am Montag mitgeteilt. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Welle der Selbstmordanschläge auf Kirchen und Luxushotels in Sri Lanka an Ostersonntag mit mehr als 250 Toten. Das Verbot soll helfen, mögliche weitere Angreifer und deren Unterstützer aufzuspüren.

Sri Lanka befürchtet weitere Anschläge

Staatschef Maithripala Sirisena begründete die ab Montag geltende Maßnahme mit der "nationalen Sicherheit". "Es könnte eine weitere Welle von Anschlägen geben," heißt es dazu aus Regierungskreisen. Niemand solle sein Gesicht verhüllen und damit eine Identifizierung erschweren. Das Verbot fußt auf dem nach den Oster-Attacken ausgerufenen Ausnahmezustand.

Bei Anschlägen auf mehrere Kirchen und Hotels waren am Ostersonntag nach Behördenangaben mehr als 250 Menschen getötet worden. Die Regierung macht die Islamistengruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) für die Attacken verantwortlich. Die Extremistenmiliz IS reklamiert die Tat für sich.

Aus Sicherheitskreisen heißt es, die Extremisten hätten es auf fünf weitere Standorte auf der Urlaubsinsel abgesehen.

Islamische Gelehrte unterstützen das Verhüllungsverbot

Das höchste Gremium islamischer Gelehrter in Sri Lanka unterstützt ein aus Sicherheitsgründen erlassenes vorläufiges Verbot von Gesichtsschleiern. Zugleich fordern die Gelehrten aber Regierung auf, Pläne für ein Gesetz gegen das Tragen von Burka und Nikab fallenzulassen.

Knapp zehn Prozent der rund 22 Millionen Einwohner Sri Lankas sind Muslime. Nur eine kleine Minderheit an Frauen verhüllt das Gesicht in der Öffentlichkeit vollständig.