Gewalt gegen Frauen

Nothelfer in Frauenhäusern schlagen Alarm: Häusliche Gewalt nimmt zu

28. Mai 2020 - 12:53 Uhr

Häusliche Gewalt in Zeiten von Corona

Die Reduzierung sozialer Kontakte während der Corona-Krise ist eine große Herausforderung. Stresssituationen sind quasi vorprogrammiert und häufen sich – das kann auch zu mehr häuslicher Gewalt führen. Die häusliche Isolation in Zeiten von Corona macht es betroffenen Frauen extrem schwierig: Der Partner ist deutlich mehr zu Hause, es gibt wenig Gelegenheiten sich zurückzuziehen oder Hilfe zu holen. Warum die Corona-Beschränkungen quasi als Gewalt-Beschleuniger wirken, erklärt die Mitarbeiterin eines Hamburger Frauenhauses im Video.

Schutzfaktoren für Frauen fallen weg

"Für die Frauen fallen diese Schutzfaktoren, dass sie ohne groß begründen zu müssen, wo sie hingehen, einfach weg. Wie zum Beispiel zum Arbeitsplatz gehen oder zum Deutschkurs oder die Kinder zu Freunden bringen", so Anika Ziemba vom Frauenhaus in Hamburg. Die Hamburger Mitarbeiterin stellt zudem klar, dass häusliche Gewalt auch vor Corona stattgefunden habe und Frauen nicht wegen der Corona-Krise der Gewalt ausgesetzt sind – Corona sei einfach der aktuelle Anlass, der sonst eben ein anderer war.

„Die Nachfrage an unseren Plätzen ist ein bisschen gestiegen.“

Gewalt in den eigenen vier Wänden ist oft nicht sichtbar. Der gefährlichste Ort für Frauen ist nicht die nächtliche Straße, sondern eben das eigene Zuhause. Das Zuhause, das jetzt während der Corona-Krise der Lebensmittelpunkt ist, aus dem nicht weggelaufen werden kann. Anika Ziemba sieht auch einen leichten Anstieg bei der Nachfrage nach freien Plätzen in Frauenhäusern: "Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage an unseren Plätzen ein bisschen gestiegen ist, nicht so sehr wie wir erwarten hatten, aber sie ist gestiegen. In der Polizei-Statistik hat sich das bisher nicht niedergeschlagen, wobei es dafür auch wichtig zu wissen ist, dass in der Polizei-Statistik meistens körperliche Gewalt auftaucht. Alle anderen Formen von Gewalt eher nicht und es da eben auch um Situationen geht, die dann so hoch eskalieren, dass sich Nachbarn einschalten".

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Im Video: Initiative für Hilfe aus der Nachbarschaft

Eine Initiative extra für Nachbarn, die eben nicht wegschauen und eingreifen, hat auch Frau Professorin Dr.in Sabine Stövesand von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) entwickelt und ist seit 2010 in mehreren Stadtteilen in Hamburg und Dresden, sowie in Wien/Österreich erfolgreich implementiert worden. Im Video erklärt sie, wie das Projekt funktioniert.

Bei welchen Anlaufstellen Opfer und Angehörige Hilfe finden, erfahren Sie hier.

Helfen auch Sie Opfern häuslicher Gewalt

Dieser Beitrag ist Teil der Initiative #sicherheim der UFA, der Agentur Die Botschaft sowie der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch die Mediengruppe RTL gehört. Gemeinsam mit der Schirmherrin der Kampagne Natalia Wörner und weiteren prominenten Unterstützern setzen wir ein Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen. Bitte helfen Sie Opfern häuslicher Gewalt.

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